Wenn die (Harn-)Steine "drücken"

Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich deutlich gebessert - Es gibt auch Möglichkeiten einer Prophylaxe

Wien (OTS) - Wenn die (Harn-)Steine "drücken": Ein bis zehn
Prozent der Menschen haben ein sogenanntes "Steinleiden". In Mitteleuropabestehen drei Viertel dieser "Objekte", die Probleme machen, aus Kalziumsalzen. Abgesehen von Zufallsbefunden bei Routine-Untersuchungen werden die Quälgeister bei den sich schließlich einstellenden akuten Beschwerden "offenbar". In den vergangenen Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert. Dies erklärte der Wiener Fachmann Dr. Babak Djavan von der Urologischen Universitätsklinik aus Anlaß der "Ärztetage" in Grado (7. - 13.Juni).

Verschiedene Vorausbedingungen begünstigen offenbar die Bildung der klassischen Nierensteine. So gibt es eine unterschiedliche Häufigkeitin den diversen Weltregionen. Auch klimatische Faktoren spielen wahrscheinlich eine Rolle. Daneben ist die Art der Ernährung wichtig.

Djavan: "Die Geschlechterverteilung zwischen Männern und Frauenbeträgt 2 zu 1. Bei sechs Prozent der Fälle besteht eine,Veranlagung'."

In der Therapie hat sich bereits vor Jahren eine echte Revolutionabgespielt: die extrakorporale Nierensteinzertrümmerung (Lithotripsie)mittels Stoßwellen. Auch diese Behandlungsform ist in der Zwischenzeit bereits einfacher geworden.

Der Urologe: "Die extrakorporale Stroßwellen-Lithotripsie kann ambulant und ohne Narkose durchgeführt werden. Damit werden Steine im Nierenkelch, im Nierenbecken und in den Harnleitern behandelt. Die offene Chirurgie hingegen wird praktisch nicht mehr durchgeführt."

Noch eine andere, schonende Therapiemöglichkeit gibt es: Bei sehr großen Nierensteinen kann die "Zertrümmerung" auch mit einer mit einem Endoskop eingeführten Sonde geschehen. Auch hier wird auf das Skalpell verzichtet. Allerdings sinkt die Zahl der Patienten, die an sogroßen Steinen leiden. Das ist die Folge der immer öfter erfolgenden Frühdiagnose.

Die Prophylaxe - bei Menschen, die schon einmal einen solchen"Quälgeist" aufgewiesen haben - besteht allgemein zunächst einmal inausreichender Flüssigkeitszufuhr. Die Harnmenge sollte innerhalb von24 Stunden wenn möglich über zwei Liter liegen.

Harnsäuresteine finden sich beispielsweise besonders bei übergewichtigen Personen. Da hilft auch die Gewichtsreduktion. Weiters sollten die Betroffenen ihren Fleisch- und Innereien-Konsum (auch fetter Fisch, z.B. Sardinen) reduzieren. Hingegen sind zum Beispiel Säfte von Zitrusfrüchten besonders günstig. Das führt zu einer Alkalisierung des Urins und hat einen "auflösenden" Effekt. Daneben läßt sich der zumeist vorliegende Harnsäure-Spiegel auch medikamentösreduzieren. (Schluß)

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