Reisethrombose als Komplikation bei Langstreckenflügen

Wien (OTS) - Was die schönsten Tage im Jahr, nämlich der Urlaub, werden sollen, kann mit einer bösen Überraschung enden. Durch das lange Sitzen im Flugzeug können sich in den Beinen Blutpfropfen, sogenannte Thrombosen, bilden. Dieses Krankheitsbild der Reisethrombose ist erst seit kurzem bekannt. Beobachtet wird es insbesondere, seit Langstreckenflüge mit Flugzeiten bis zu 14 Stunden immer häufiger werden. Diese Thrombosen führen im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Lungenembolie. Doch mit der richtigen Vorsorge lassen sich Thrombosen und deren Folgeerkrankungen vermeiden. Bei Flügen, aber auch bei Bahn- und Autofahrten, mit einer Dauer von über vier Stunden, kommt es zu einem Absinken des Blutes in die tiefen Beinvenen. Durch die eingeschränkte Tätigkeit der Beinmuskulatur wird das Blut nicht mehr ausreichend bewegt, was zur Bildung von Thrombosen führen kann. Begünstigt wird die Bildung der Thrombosen noch durch Risikofaktoren, wie den Flüssigkeitsverlust im Flugzeug durch die geringe Luftfeuchtigkeit, durch krankhaftes Übergewicht, Krampfadern, eine bereits einmal durchgemachte Thrombose oder Lungenembolie, und bei Frauen die Einnahme der Anti-Babypille. Es lassen sich drei Gruppen von Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung von Reise-thrombosen einteilen: Unter primärer Prävention versteht man eine langfristige Vorsorge mit einer Umstellung des Lebensstils. Das bedeutet viel Bewegung, Abbau von Übergewicht, Verzicht auf Nikotin und Alkohol sowie insgesamt eine gesunde Lebensführung. Sekundäre Prävention sind physikalische Maßnahmen auf der Reise. Diese Maß-nahmen sollen der Verlangsamung der Blutzirkulation und der Versackung des Blutes in den Beinen entgegenwirken. Das bedeutet häufiges Aufstehen und Umhergehen, Fußwippen, nach Möglichkeit Hochlagern der Beine, Massieren der Beine und Anlegen von Stützstrümpfen. Zusätzlich sollte während des Fluges auf Alkohol und Kaffee möglichst verzichtet werden und viel Flüssigkeit, am besten Mineralwasser und Softdrinks, zu sich genommen werden. Besteht ein höheres Risiko, weil etwa mehrere Risikofaktoren für eine Reise-thrombose zusammentreffen, gibt es die Möglichkeit der tertiären Prävention mit Medikamenten. Heute gehen alle diesbezüglichen Empfehlungen eindeutig in die Richtung der Verabreichung von niedermolekularem Heparin. Von Vorteil ist dabei, daß, im Gegensatz zu anderen gerinnungshemmenden Medikamenten, keine labor-diagnostische Einstellung notwendig ist und kaum Nebenwirkungen auftreten. Der Reisende soll sich das Medikament, so wie ein insulinpflichtiger Diabetiker, auch selbst verabreichen, wobei die einfache subkutane Injektion einige Stunden vor der Abreise erfolgt. Grundsätzlich ist zur Selbstinjektion eine kurze Beratung durch den Arzt oder Apotheker notwendig, da das Medikament auch für den Rückflug mitge-nommen und vorher injiziert werden muß.

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