NEWS-Vorausmeldung

NEWS berichtet in seiner kommenden Ausgabe 24/98 (10.6.98):

Erstes autorisiertes Interview von Peter Rosenstingl erscheint morgen in News

Rosenstingl kündigt "freiwillige" Rückkehr nach Österreich an

Rosenstingl erläutert das Zustandekommen seines Finanzdebakels:
"Ich wollte immer nur meinen Bruder retten"

Rosenstingl sieht sich als Opfer des FPÖ-Funktionärs Dinhopel und des FPÖ-Landesobmannes Gratzer

Rosenstingl leidet unter Luftverhältnissen im Gefängnis: "Ich habe Angst, daß mein Herz das nicht aushält."

Wien (OTS) - Die morgen erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS bringt das erste ausführliche Interview mit dem wegen Kreditbetruges verhafteten FPÖ-Abgeordneten Rosenstingl. Es ist das einzige Interview, das Rosenstingl bisher in seiner Haft gegeben hat. Das Interview wurde von Rosenstingl autorisiert.

In dem mehr als halbstündigen Gespräch kündigt Rosenstingl zunächst an, im Falle einer Freilassung "eine freiwillige Rückkehr nach Österreich" anstreben zu wollen. Rosenstingl wörtlich: "Ich habe großen Interesse, meine Geschichte in Österreich aufzuklären. Ich bin kein Verbrecher, sondern ein Opfer der Umstände." Rosenstingl erzählt dann erstmals, wie es aus seiner Sicht zu dem 216-Millionen-Schilling-Finanzdebakel, das bisher zu fünf Verhaftungen geführt hat, gekommen ist.

Rosenstingl in NEWS: "Begonnen hat alles damit, daß ich geglaubt habe, ich hätte die Verpflichtung, meinem Bruder helfen zu müssen. Mein Bruder war im Geflügelhandel tätig. Er kam in finanzielle Schwierigkeiten, ich wollte seine Firma vor einem Zusammenbruch bewahren, auch um einen Skandal mit dem Namen Rosenstingl zu vermeiden - und in dieser Situation wurde ich mit zwei fürchterlichen Geschichten hineingelegt: Erstens damit, daß mein Bruder Wechselformulare, auf denen meine Blankounterschrift war, ohne mein Wissen in atemberaubenden Summen ausgestellt und an Lieferanten weitergegeben hat. Und zweitens dadurch, daß ich über meinen Parteifreund Josef Dinhopel in eine fürchterliche Finanzierungsgeschichte geraten bin, die ganz anders gelaufen ist, als ausgemacht war.

Sein Bruder hätte Anfang 1997 mit seinen Blanko-Unterschriften von ihm nicht genehmigte Wechsel in der laut Rosenstingl "atemberaubenden Höhe von 40 Millionen Schilling" an Lieferanten ausgestellt. Mit dieser Aktion seines Bruders sei er bei Fälligstellung der Wechsel durch die Lieferanten im Frühsommer 1997 in eine für ihn ausweglose Situation geraten.

Um seine politischen Funktionen damals nicht niederlegen zu müssen, habe er sich seinem Parteifreund Josef Dinhopel als Kreditvermittler anvertraut. Rosenstingl in NEWS: "Ich habe dem Herrn Dinhopel vertraut und bin in ein Rad geraten, wo der Herr Dinhopel für die Schulden von mir und meinem Bruder immer neue, immer kurzfristigere Finanzierungen gemacht hat, die mir immer weniger behagt haben und bei denen mir am Schluß so schwindlig geworden ist, daß ich eigentlich in den letzten Monaten gar nicht mehr klar denken konnte - darum auch meine Abreise aus Österreich."

Rosenstingl erklärt im Interview mehrfach: "Ich habe keinen einzigen Schilling für mich auf die Seite gebracht." Sehr wohl hätte dagegen Josef Dinhopel von allen Finanzierungen 5 Prozent Provision und insgesamt, so Rosenstingl in NEWS "über 12 Millionen Schilling einbehalten".

Noch kräftiger hätte sich an den kurzfristigen Krediten von Rosenstingl der NÖ-Landeschef Bernhard Gratzer bedient. Rosenstingl in NEWS: "Dinhopel hat mit Gratzer vereinbart, das Geld des FPÖ-Landtagsklubs gegen gute Verzinsung anzulegen. Bernhard Gratzer sollte für die Zurverfügungstellung des Geldes sowohl 10 Prozent Zinsen per anno als auch 10 Prozent Provision bekommen."

Rosenstingl nimmt in dem NEWS-Interview auch ausführlich zu seiner Flucht und zu den Haftbedingungen in Brasilien Stellung. Er befürchet gesundheitliche Probleme durch die schlechten Luft- und KLimabedingungen im brasilianischen Gefängnis. Rosenstingl im morgigen NEWS: "Ich hatte vor einem Jahr meine letzte Herzoperation. Ich habe Angst, daß mein Herz das nicht aushält..."

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