Krenn: Skeptisch, ob Papstbesuch eine Befriedigung der österreichischen Kirche bringt.

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 24/10.6.1998

Wien (OTS) - Der Erzbischof von St. Pölten über Gerüchte seiner Zukunft:
"Ehrenvoll als Nuntius genannt zu werden, weiß aber nichts davon."

In einem Interview mit dem heute erscheinenden
Nachrichtenmagazin NEWS nimmt der St. Pöltner Erzbischof Kurt Krenn zum bevorstehenden Papstbesuch Stellung. Krenn zeigt sich skeptisch darüber, ob der Besuch Österreichs Kirche befriedigen werde. Krenn:
"Das würde ich mir wünschen, aber ich bin nicht sicher, ob uns das gelingen wird. Sicher wird der Papst sein Bestes dazu beitragen, aber die Bischöfe oder manche, die sich von anderen abhängig machen, müssen da schon einiges verändern, aber er wird jedenfalls sehen, wie es wirklich bei uns ist." Krenn hoffe aber, daß einige erkennen würden, "wo der liebe Gott daheim ist."

Krenn nahm auch zu Gerüchten über seinen angeblichen Abgang aus St. Pölten Stellung. Es sei sehr "ehrenvoll für ihn, als Nuntius für Polen genannt zu werden - aber", so Krenn: "davon weiß ich nichts. Mir wurden schon so viele Posten zugeschoben, von Afrika bis San Marino, aber wenn der Papst etwas von mir möchte und sagt, mache dies oder mache jenes, dann bin ich sicher der erste, der dazu ja sagt."

Krenn äußerte auch wieder Kritik am Paudorfer Pfarrer Udo Fischer. Fischer hatte gerade angekündigt, auf Proteste während des Papstbesuches zu verzichten, forderte aber den Papst auf, eine "Vergebungsbitte" für die Bischofsernennung Krenns und Groers zu leisten. Krenn dazu: "Letzteres ist nur mehr der untragbare Hochmut eines Mannes, der scheinbar nicht mehr weiß, wer er ist. Das ist doch fast schon pathologisch. Und was die nicht stattfindenden Proteste betrifft - schön, wenn es so ist." Er denke nicht daran, die Amtsenthebung Fischers rückgängig zu machen. Krenn: "Das ginge nur über die Bekehrung des Pater Udo - schriftlich, deutlich, klar. Erst, wenn er das macht, lasse ich mit mir reden."

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