Gratzer Interview

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 24/98 vom 10.6.1998 "Haider im November informiert"

Wien (OTS) - Im morgen, Mittwoch, erscheinenden Nachrichtenmagazin NEWS werden brisante Aussagen des derzeit Inhaftierten früheren niederösterreichischen Landes-FPÖ-Chefs Bernhard Gratzer zitiert. Laut Gratzer sei die gesamte Parteispitze schon seit November über die dubiose Finanzgebarung von Peter Rosenstingl informiert gewesen. Er, Gratzer selbst, habe Finanztransaktionen und Darlehensaufnahmen ausschließlich zu Gunsten der Partei getätigt.

Gratzer über ein 10-Millionen-Darlehen und die Veranlagung von 6 Millionen: "Ich habe das für die Partei gemacht ... Um den Kredit früher als benötigt aufzunehmen und bei Rosenstingl mit zehn Prozent Zinsen zwischenzuveranlagen, habe ich bei Rambossek (Edwin Rambossek - Abgeordneter der FPÖ NÖ, finanzverantwortliches Vorstandsmitglied) rückgefragt und seine Zustimmung eingeholt ... Von Rosenstingl habe ich mir eine Bestätigung darüber geben lassen, daß das veranlagte Geld tatsächlich mit zehn Prozent verzinst wird ... Alle Dokumente wurden im Klubsafe deponiert, wo sie die ganze Zeit lagen ... Der Wahlkampf wurde mit 18 Millionen berechnet, sechs waren vorhanden, zehn Millionen hätten wir Kredit gebraucht - und mit der Zwischenverzinsung hätten wir alles finanzieren können ..." Und:
"Allen in der Partei und im Klub war bekannt, daß diese Kreditaufnahme nur zur Veranlagung diente ... Eine formlose Information darüber wurde von mir dem Klub in der Sitzung zur Kenntnis gebracht."

Gratzer über die Mitwisser von Rosenstingls Veranlagungspraktiken in der Parteispitze: "Bei einer Sitzung des Parteivorstandes im November '97 wurden Jörg Haider und dessen engste Mitarbeiter -Rumpold, Stadler, Westenthaler, Trattner und Moser und andere -informiert. Bei dieser Sitzung mußte Rostenstingl über eine Veranlagung des RFW referieren. Der Bundespartei war nämlich ein Zahlungsrückstand bekanntgeworden. Nach eingehender Diskussion wurden die Umstände zustimmend zur Kenntnis genommen. Daher waren die Rosenstingl-Veranlagungen ab dem November 1997 allen, auch der Bundespartei, bekannt. So wurde bekannt, daß Rosenstingl Geschäfte dieser Art macht."

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