AK verlangt Nachbesserungen beim "Auffangnetz" für Jugendliche

Bei der Aufnahme in Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgänge darf es keine schikanösen Auswahlkriterien geben - Auffangnetz muß rasch und unbürokratisch eingerichtet werden können

Wien (OTS) - Nach der Erarbeitung eines gemeinsamen Vorschlags
von Wirtschafts-, Unterrichts- und Sozialministerium für die konkrete Gestaltung des "Auffangnetzes" zur Ausbildung von Jugendlichen erwartet die AK von Wirtschaftsministerium und Unternehmern verstärkte Anstrengungen zur Schaffung von Lehrstellen. Das Auffangnetz soll so wenig wie möglich in Anspruch genommen werden müssen. Der Vorschlag für das Auffangnetz selbst hat noch Mängel, kritisierte heute, Dienstag, die AK und verlangt Nachbesserungen. Zum Beispiel müßten die Berufslehrgänge für alle Lehrstellensuchenden offen sein, es dürfe keine schikanösen Auswahlkriterien geben.****

Durch die Einrichtung von Lehrlingsstiftungen, Berufslehrgängen
und der Vorlehre durch das Jugendausbildungsgesetz müsse das Recht aller lehrstellensuchenden Jugendlichen auf Ausbildung garantiert werden, verlangt die AK. Das sei aber nur möglich, wenn es beim Vorschlag des Wirtschafts-, des Unterrichts- und des Sozialministeriums für die konkrete Gestaltung dieses "Auffangnetzes" noch Nachbesserungen gibt:

+ Der Zugang zu Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgängen darf
nicht auf Jugendliche beschränkt sein, die erst heuer die Schulpflicht erfüllen. Die Chance auf Aufnahme müsse es für alle Jugendlichen geben, die im Herbst noch immer auf Lehrstellensuche sind, verlangt die AK. Vor der Aufnahme dürfe auch nicht verlangt werden, daß die Betroffenen bereits fünf Versuche zur Bewerbung um eine Lehrstelle hinter sich haben. Für die AK wäre das ein schikanöses Auswahlkriterium.
+ Wenn Projektgruppen in den Bundesländern über die Einrichtung von Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgängen entscheiden sollen, dann müsse das zu einer Automatik beim Genehmigungsverfahren führen - und nicht zu Verzögerungen, indem das Wirtschaftsministerium im Prüfverfahren weitere Bedingungen
stellt.
+ Vom Bund und den Ländern als Schulerhalter erwartet die AK, daß sie Schulräume und -einrichtungen unentgeltlich für die Durchführung von Berufslehrgängen zur Verfügung stellen.
+ Die Ausbildung in Berufslehrgängen muß auf eine spätere "normale" Lehre voll angerechnet werden. Sollten Jugendliche trotz allen Bemühungen keine Lehre in einem Betrieb finden, müssen sie ihre Ausbildung im Lehrgang fortsetzen können.
+ Die Vorlehre als arbeitsmarktpolitische Maßnahme muß als Alternative zur Hilfsarbeit für Jugendliche eingerichtet und im Jugendausbildungsgesetz geregelt werden. Dabei muß es auch Berufsschulunterricht für die Betroffenen geben. Weiters soll es besondere Förderung der Jugendlichen in der Vorlehre geben, damit sie in eine "normale" Lehre umsteigen können.

Vom Wirtschaftsministerium und den Unternehmern erwartet die AK verstärkte Anstrengungen zur Schaffung von Lehrstellen. Sie erinnert daran, daß Unternehmer bereits ab 1. Juli mit einem Ausbildungsfreibetrag von 20.000 Schilling pro Lehrling und der Befreiung vom Beitrag zur Unfallversicherung rechnen können, wenn sie einen Lehrling aufnehmen. Bereits seit vorigem Jahr zahlen Lehrbetriebe keinen Unternehmerbeitrag mehr zur
Krankenversicherung für Lehrlinge.

Für die AK hat die Schaffung von betrieblichen Lehrstellen
Vorrang. Letztlich seien die Unternehmer dafür verantwortlich, daß das "Auffangnetz" zur Ausbildung von Jugendlichen so wenig wie möglich in Anspruch genommen werden muß.

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