Manager profitieren von leistungsorientierter Entlohnung

Durchschnittliches Jahresgesamteinkommen 1998 um 12% gestiegen - höchste Gehälter bei Versicherungen - zusätzliche Ausbildung wie MBA wirkt sich überaus positiv auf Einkommen aus - 76% würden Teile des variablen Gehaltsbestandteils als Anleihen/Aktien konsumieren -zusätzliche private Eigenvorsorge bei Managern Standard.

Wien (OTS) - Der Konjunkturaufschwung in Österreich hat sich auch auf die Gehälter der heimischen Führungskräfte positiv ausgewirkt. Im Jahr 1998 ist das durchschnittliche Jahresgesamteinkommen der Manager auf 1.542.000 ATS gestiegen und liegt damit um 12% über dem Vergleichswert von 1997. Verantwortlich für den Zuwachs ist vor allem der leistungsorientierte Gehaltsbestandteil. Dies zeigt die aktuelle Einkommenserhebung des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF), an der sich österreichweit 605 Manager aus allen Führungsebenen beteiligten.

Mit einem Plus von 17% zählt das Top-Management zu den "Gewinnern". Das durchschnittliche Jahresgesamteinkommen der ersten Führungsebene beträgt 1.854.000 ATS. Zuwächse verzeichneten aber auch die zweite und dritte Führungsebene. So wird in der zweiten Managerebene ein durchschnittliches Einkommen von 1.256.000 ATS (+4%) erzielt. Mit 1.009.000 ATS (+3%) konnte die dritte Führungsebene erstmals die Millionengrenze überschreiten.

Leistungsorientierte Entlohnung setzt sich durch

Gehaltssysteme mit höherem variablen, das heißt leistungsabhängigem Anteil, setzen sich 1998 weiter durch. Bereits zwei Drittel der Führungskräfte beziehen eine leistungsorientierte Entlohnung, wobei immerhin 23% der Manager mehr als 30% des Gesamteinkommens als variablen Gehaltsbestandteil ausbezahlt bekommen.

Zu den Wirtschaftszweigen, in denen dieses Entlohnungssystem sehr stark Fuß gefaßt hat, zählen neben den Versicherungen (77%) auch der Handel (76%), die Banken/Sparkassen (75%) und die Dienstleistungen (72%). Interessant erscheint die Aufstellung, welche Unternehmen leistungsorientierte Entlohnung vorziehen. Hier rangieren ausländische Konzerntöchter wie bereits im Jahr zuvor mit 72% vor börsenotierten Unternehmen mit Beteiligung der öffentlichen Hand (68%). Österreichische Privatunternehmen liegen mit 66% nur knapp dahinter.

76% der antwortenden Führungskräfte wären bereit, einen Teil ihres variablen Einkommensbestandteiles als Aktien/Anleihen ihres Unternehmens zu konsumieren. Davon wären sogar 48% der Manager bereit, über 30% ihrer Leistungstangente dafür zu verwenden.

Über drei Viertel der Führungskräfte lukrieren zusätzlich zum Jahresgrundgehalt auch Sonderzahlungen, wie z.B. Prämien, Tantiemen, Bilanzgeld oder sonstige Gratifikationen. Der Mittelwert dieser weiteren Geldleistungen ist um 34% höher als im Vorjahr, das sind 371.000 ATS.

Wiener Manager verdienen am besten

Im Bundesländer-Vergleich verdienen die Wiener Führungskräfte mit durchschnittlich 1,7 Mio. ATS Bruttogehalt (+15%) nach wie vor am besten. Die größte Steigerung jedoch verzeichnen die Manager in Oberösterreich - 1,6 Mio. ATS bedeuten ein Plus von 21%. Dahinter rangieren Führungskräfte in der Steiermark und Kärnten (1.428.000 ATS/+17%) sowie in Niederösterreich und Burgenland (1.398.000 ATS/+10%). Das Schlußlicht in der Gehaltsskala bilden dieses Jahr Manager im Westen Österreichs (1.298.000 ATS/-5%).

Höchste Gagen bei Versicherungen

Nach Wirtschaftszweigen aufgefächert, werden die höchsten Managergagen auch heuer wieder bei den Versicherungen bezahlt. Mit einem durchschnittlichen Jahresgesamteinkommen von 1.611.000 ATS ist dieser Wert nahezu konstant zum Vorjahr. Deutlich zulegen konnten die Gehälter der anderen Bereiche: Bei den Dienstleistungen stiegen sie um 11% (1.584.000 ATS) und überholten damit die der Industrie- jene sind um 10% auf 1.576.000 ATS gewachsen. Verbessert haben sich auch die Einkommen bei Handel (1.439.000/+9%), Gewerbe (1.349.000/+21%) sowie bei Banken und Sparkassen (1.344.000/+6%).

Zusätzliche Ausbildung rechnet sich

Die besten Voraussetzungen für ein Top-Gehalt im Management bietet nach der WdF-Untersuchung 1998 ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium. Mit einem Jahresgesamteinkommen von 1.694.000 ATS liegen die Wirtschaftler in den Führungsetagen deutlich vor Managern mit technischer (1.679.000 ATS) und jenen mit juristischer Ausbildung (1.660.000 ATS). Äußerst positiv auf den Gehaltszettel wirken sich darüber hinaus zusätzliche berufliche Ausbildungen, wie MBA oder Universitätslehrgänge aus. Manager mit derartigen Qualifikationen verdienen mit 1.708.000 ATS das höchste Gehalt.

Auch die heurige Umfrage ergab, daß die Führungskräfte der Vorsorge einen hohen Stellenwert beimessen. 81% der Manager treffen eine private Eigenvorsorge und wenden dafür 4,3% ihres Bruttoeinkommens auf. Die beliebteste Form ist nach wie vor die Lebensversicherung. Aber auch die Zusatzvorsorge durch Wertpapiere nimmt weiter zu.

: Der Manager 1998

Die Umfrageergebnisse zusammenfassend, skizziert Mag. Walter Sattlberger unter anderem den typischen Manager des Jahres 1998: Er ist 47 Jahre alt, männlich und im Bereich allgemeines Management in einem österreichischen Privatunternehmen der Industrie mit der Rechtsform einer GmbH tätig. Sein Einkommen beträgt 1.542.000 ATS brutto, mit dem er durchaus zufrieden ist. Er trägt die Verantwortung für 86 Mitarbeiter und leistet wöchentlich 16 Überstunden, die bereits mit dem Gehalt abgegolten sind. Er fährt einen Dienstwagen Marke Audi oder BMW in einer Größenordnung von rund 505.000 ATS. Das Dienstverhältnis beruht auf einem Sondervertrag.

Befragungsdaten zur WdF-Einkommenserhebung:

Erhebungszeitraum: Ende Jänner bis Mitte März 1998 Zahl der antwortenden Führungskräfte: 605 Die Befragung erfolgte anonym und schriftlich mittels Fragebogen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Walter Sattlberger, WdF-Geschäftsführer,
Tel. 01/712 65 10,
e-Mail: wdf@voei.at

nd Anforderung detaillierter Unterlagen:

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WDF/OTS