WAI-Weltvorstand in Wien

"Sozialer Dialog in der industriellen Welt: Utopie oder Wirklichkeit? Wien (OTS) - Unter diesem Thema tagt vom 8.-10. Juni 1998 der Weltvorstand des Weltverbandes der Arbeitnehmer in Industriebetrieben (WAI), einer Teilorganisation des Christlichen Weltverbandes der Arbeitnehmer (WVA).

Zur Eröffnung sprachen ÖAAB-Vorsitzender BM Dr. Werner Fasslabend, ÖGB-Vizepräsident und FCG-Bundesvorsitzender Fritz Neugebauer sowie der Bundessekretär der Gewerkschaft der Chemiearbeiter Wilhelm Beck.

Wie der WAI-Vorsitzende der Niederländer Doalde Terpstra erklärte, ist der Soziale Dialog wie er vor allem in Europa zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geführt wird nicht in der ganzen Welt möglich und üblich und auch in Europa wird sozialer Dialog recht unterschiedlich interpretiert. Trotzdem gibt es keine Alternative zum sozialen Dialog.

Die dramatischen politischen und sozialen Umwälzungen in den letzten Jahren dieses Jahrhunderts, haben überall in der Welt, vor allem auch in Afrika, Asien und Lateinamerika eine demokratische Dynamik in Gang gebracht, die zum Dialog und zum gegenseitigen Verständnis zwischen den Akteuren und Partnern im sozialen und politischen Leben führen muß.

Nur sozialer Friede, menschenwürdige Arbeit und gerechter Lohn, können Basis für stabile Wirtschaften in der ganzen Welt sein. Der industrielle Bereich muß jene Nachfrage decken, die in ärmeren Weltteilen noch in hohem Maße besteht, er muß auch weiterhin der Wertschöpfungsfaktor in den Industriestaaten bleiben.

Funktionierende Unternehmen gibt es nur, wenn der Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und deren Interessensvertretungen stimmt.

Nur in Kooperation sind die Menschen fähig gute Leistungen zu erbringen, nur in Kooperation leben die Menschen menschenwürdig. Der soziale Dialog ist daher ein Stück Lebensform, die der Würde des Menschen entspricht.

Weltweite Entwicklung kann nur garantiert werden, wenn durch den Dialog ein neuer Humanismus geschaffen wird, der verhindert, daß Menschen Objekte des Wirtschaftsgeschehens bleiben. Der Mensch ist Subjekt der Wirtschaft, um ihn und seine Zukunft muß es gehen.

Im Seminar, das üblicherweise der Weltvorstandssitzung vorangeht, wurden folgende Teilbereiche des Schwerpunktthemas behandelt:

1.) "Der soziale Dialog am Beispiel Österreichs"
Referent: BS Karl Klein, FCG/ÖGB-Österreich

2.) "Der soziale Dialog in Europa"
Referent: Jan Jacob van Dijk; CNV/Utrecht (NL)

3.) "Sozialer Dialog in Afrika"
Referent: Rumualdo Nuwokpe, FPTI-Togo

4.) "Der soziale Dialog in Lateinamerika"
Referent: Carlos Gaitan, FLATI-Buenos Aires

5.) "Der soziale Dialog in Asien"
Referent: Joseph Strachan, BATU-FFW Manila

Rückfragehinweis: FCG

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