Aktivierung der Brennstäbe in Mochovce: "Unverantwortliches Spiel auf dem Rücken von Millionen Menschen"

GLOBAL 2000: "Keine unmittelbare Gefährdung der Bevölkerung". Regierung soll diplomatische Zurückhaltung aufgeben und schärfsten Protest einlegen

Wien (OTS) - Der heutige Beginn der Aktivierung der Brennstäbe in Mochovce ist nach Ansicht von GLOBAL 2000 ein "unverantwortliches Spiel auf dem Rücken von Millionen Menschen in Österreich und der Slowakei". Dennoch sind nach Ansicht der Umweltschützer, die Chancen, Mochovce zu stoppen, nach wie vor intakt. "Die Aktivierung der Brennstäbe ist ein langer Prozeß und nicht gleichbedeutend mit der Aufnahme des Probe- oder des Vollbetriebs", so Lothar Lockl, Sprecher von GLOBAL 2000. "Die zentralen Komponenten im AKW sind noch nicht nennenswert radioaktiv kontaminiert, die Aktivierung kann jederzeit gestoppt werden. Selbst im Fall von Pannen oder technischen Problemen ist es weitgehend unmöglich, daß Radioaktivität in die Umwelt gelangen kann. Für die Bevölkerung ist daher die Aktivierung der Brennstäbe noch mit keiner unmittelbaren Gefährdung verbunden." Kritik übt GLOBAL 2000 am Verhalten der österreichischen Regierung im Vorfeld der Aktivierung. "Bundeskanzler Klima und Außenminister Schüssel müssen ihre bisherige diplomatische Zurückhaltung endlich aufgeben und gegen die Aktiverung schärfsten Protest einlegen. Wir hoffen, daß auch die Europäische Union beim heutigen EU-Außenministerrat klar gegen Mochovce Stellung bezieht", so GLOBAL 2000-Sprecher Lockl.

Zentrales Ziel im Widerstand gegen Mochovce muß nach Ansicht der Umweltschützer nun die Verhinderung des Probebetriebes sein., "Der Probebetrieb soll laut Angaben der Mochovce-Betreiber am 21/22. Juli angefahren werden. Bis dahin muß die österreichische Bundesregierung alles unternhemen, um eine unkalkulierbare Gefährdung der Bevölkerung zu unterbinden", so GLOBAL 2000-Sprecher Lockl. Die Aktivierung selbst ist zunächst weniger ein sicherheitstechnisches, als vielmehr ein ökonomisches Problem. Sollten, wie von Experten befürchtet, im Verlauf der Betriebsdauer Mängel im Reaktor auftreten, ist deren Behebung, sofern technisch überhaupt möglich, mit enormen Kosten verbunden, da zentrale Komponenten des Atomkraftwerks bereits kontaminiert sind.

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000, Lothar Lockl, Manuela Kräuter
Tel.: +43/1/812 57 30-37 od 20
(od 0664-308 65 47)

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS