Duale Ausbildung nicht durch Experimente gefährden

38. Deutsch-österreichische Arbeitstagung der Berufsausbildungsexperten in Klagenfurt

PWK - Die Berufsausbildungsexperten aus Deutschland und Österreich der 38. Deutsch-Österreichischen Tagung in Klagenfurt warnten davor, das duale System nicht durch unüberlegte Experimente zu gefährden. "Dies würde nicht nur der Wirtschaft, sondern auch den Jugendlichen schaden. Nur wenn es gelingt, die Rahmenbedingungen an die Erfordernisse der Praxis anzugleichen und in der Berufsausbildung den Betrieben ein flexibles Agieren zu ermöglichen, werden genügend Betriebe die Aufgabe der Lehrlingsausbildung übernehmen", stellt Alfred Duschanek, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik und Wissenschaft der Wirtschaftskammer Österreich bei der Tagung fest. ****

Große Bedenken haben die Experten beider Länder gegen eine weitere "Verschulung" der Berufsausbildung, insbesondere bezüglich der vorgesehenen "Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgänge". Diese sollten tatsächlich nur eine äußerste Notmaßnahme, nicht aber als normale Berufsausbildungslehrgänge konzipiert werden. "Tendenzen, daß dies nicht überall so gesehen wird und daß sich eine Eigendynamik nicht zuletzt wegen der hohen zur Verfügung gestellten Mittel von rund einer Milliarde Schilling entwickelt, sind nicht zu übersehen", warnt Duschanek.

"Die Diskussionen mit den deutschen Kollegen zeigten, daß in Deutschland die Probleme ähnlich gesehen werden. Je mehr die Wirtschaft sich auch um schwächere Jugendliche annimmt, umsomehr muß die Chance gegeben sein, sich von Jugendlichen, die ihr Lehrziel nicht erreichen, wieder zu trennen. Flexibilisierung in diesem Bereich würde die Bereitschaft zur Lehrlingsaufnahme wesentlich erhöhen", so Duschanek. Der deutsche Delegationsleiter Geerd Woortmann vom Deutschen Industrie- und Handelstag bestätigt trotz einer in Deutschland bereits wesentlich wirtschaftsfreundlicheren Gesetzeslage diese Schwierigkeit.

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