Jordaniens Wirtschaft auf Erfolgskurs

Kronprinz Hassan führt in Wien Wirtschaftsgespräch mit WKÖ-Präsident Maderthaner

Wien (PWK) - Im Rahmen seines offiziellen Besuches in Österreich wird der jordanische Kronprinz, S.K.H. El Hassan bin Talal, am Mittwoch, den 10. Juni 1998, mit Wirtschaftskammerpräsident Leopold Maderthaner zusammentreffen, um Möglichkeiten einer Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu erörtern. 1997 betrug das österreichisch-jordanische Handelsvolumen 237 Mio Schilling, wovon allein 217 Mio Schilling auf österreichische Exporte entfielen, teilt die Wirtschaftskammer mit. ****

Trotz des allgemeinen Rückgangs der jordanischen Einfuhren konnte Österreich im Vorjahr bei fast allen wichtigen Warengruppen (Maschinen, Straßenfahrzeuge, chemische Produkte) die Lieferungen steigern. Lediglich bei Papier und Pappe ist es zu spürbaren Einbußen gekommen, was vorwiegend auf die verstärkte, durch Zollfreiheit begünstigte saudiarabische Konkurrenz zurückgeht.

Erfreulich positiv haben sich die österreichischen Nahrungsmittelexporte nach Jordanien entwickelt, die sich gegenüber 1996 auf 10 Mio Schilling verdoppelten. "Wenn auch das Liefervolumen absolut gesehen noch nicht sehr hoch ist, so haben sich die heimischen Firmen doch erfolgreich auf dem wachstumskräftigen jordanischen Nahrungsmittelmarkt durchgesetzt", kommentiert WKÖ-Nahostexperte Fritz Langer.

Gute Chancen sieht Langer für Lieferungen von Hoteleinrichtungen und für Beteiligungen an Projekten. Wegen des Ausbleibens günstiger Finanzierungen konzentrieren sich die österreichischen Firmen in Jordanien vorwiegend auf den privaten und auf den entstaatlichten Sektor.

Österreichs Importe aus Jordanien (1997: 20 Mio Schilling) bestehen hauptsächlich aus mineralischen Rohstoffen (Düngemittel), gefolgt von Gemüse und Früchten.

Laut WKÖ-Datenbank sind derzeit rund 1.000 österreichische Firmen im Jordaniengeschäft engagiert bzw. an Beziehungen mit diesem Land interessiert. Eine Firma unterhält ein Joint Venture, zwei weitere haben Vertriebsniederlassungen. Außerdem besteht ein österreichisch-jordanisches Kooperationsabkommen.

"Die jordanische Wirtschaft weist derzeit eine ganze Reihe positiver Kennzahlen auf", erklärt Langer. Das Bruttoinlandsprodukt ist 1997 um 5,2 Prozent gewachsen, die Auslandsverschuldung wurde auf 83 Prozent des BIP gesenkt, erstmals seit 10 Jahren wurde eine aktive Leistungsbilanz erzielt.

Der private Sektor nimmt eine zunehmend wichtige Rolle ein, die staatlichen Wirtschaftsbetriebe wurden weitgehend privatisiert.

Mit der EU hat Jordanien im November 1997 ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Außenwirtschaft
Tel: 50105 DW 4354

Dr. Fritz Langer

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK