Stift Göttweig wieder Schauplatz des Europa-Forums

Pröll: EU-Osterweiterung verlangt Ehrlichkeit, Augenmaß und Sensibilität

St. Pölten (NLK) - Im Stift Göttweig erfolgte heute vormittag mit einer Planearveranstalltung der Auftakt für das zweitägige Erupa-Forum Wachau, das seit nunmehr vier Jahren eine der wichtigsten Veranstaltungen in Österreich zum Thema Europa und Europäische Union ist. Den Stellenwert der diesjährigen Veranstaltung unterstreicht auch das Teilnehmerfeld, das sich aus hochrangigen Politikern, Wissnschaftern, Diplomaten sowie Wirtschaftsfachleuten und Medienvertretern aus dem In- und Ausland zusammensetzt. Nach der Begrüßung durch Hausherren Prälat Clemens Lashofer und der Präsidentin des Europaforums Johanna Mikl-Leitner sprach Landeshauptmann Erwin Pröll zum Thema "Niederösterreich und Europa -Chance und Herausforderung". ****

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen insbesondere die Frage der EU-Osterweiterung und die Erwartungen der EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 1998. Pröll unterstrich abermals die klare Position Niederösterreichs zur EU-Osterweiterung aber zum richtigen Zeitpunkt und den richtigen Bedingungen. Zuerst müßten die Standards der beitrittwilligen Länder möglichst nahe an die Länder, die bereits der EU angehören herangeführt werden. Die Festlegung des Zeitplanes erfordere Ehrlichkeit, Augenmaß und Sensibilität sowie ein "Sensorium für das Machbare und Nichtmachbare". Besonderes Anliegen sind für Pröll auch die Existenzsicherung der heimischen Landwirtschaft und die Stärkung der Grenzregion. Zwar habe der Wegfall des Eisernen Vorhanges zur Verbesserung der Handelsbilanz in Niederösterreich geführt, davon hätten aber insbesondere die prosperierenden Regionen und nicht die Grenzregionen profitiert. Die Chancen der Erweiterung sieht der Landeshauptmann in der politischen Stabilität und in der Ausdehnung des wirtschaftlichen Wohlstandes auf dem Kontinent. Auch der kulturelle Austausch trage zur Stabilität in Europa bei.

Weitere Referenten in der heutigen Plenarveranstaltung waren der anerkannte englische Wissenschafter Lord Currie of Marylebond, der ehemalige Vizepremier und Außenminister Irlands Dick Spring und der sächsische Ministerpräsident Dr. Kurt Biedenkopf. Am Nachmittag beschäftigen sich vier Arbeitskreise mit wichtigen gesamteuropäischen Fragen.

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