EURO-Umstellung: AK-Forderungen bringen weiteren Kostenschub

Lemler: Sonderregelung für Kleinbetriebe unverzichtbar; überlange Doppelwährungsphase irritiert Konsumenten

Wien (PWK) - Für in sich widersprüchlich und im Ergebnis kontraproduktiv hält Erich Lemler, Obmann der Sektion Handel der WKÖ, die vom AK-Präsident Herbert Tumpel bei einer Pressekonferenz am Donnerstag vorgebrachten Forderungen zur EURO-Umstellung. ****

,Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, was eine Verpflichtung zur doppelten Preisauszeichnung vom 1. Oktober 2001 bis Ende Juni 2002, also durch volle neun Monate, bringen soll," sagt Lemler. ,Nach der Einführung des EURO-Bargelds am 1.1.2002 werden die alten Schilling-Banknoten und Münzen in kürzester Zeit aus dem Verkehr verschwunden sein. Welchen Sinn hat es, noch monatelang, nämlich bis Ende Juni 2002, Preise auch in einer historischen Währung, die es gar nicht mehr gibt, auszuzeichnen?" Im Gegenteil: eine doppelte Preisauszeichnung bis Ende Juni 2000 wäre sogar kontraproduktiv, weil damit das Umdenken in den Köpfen der Konsumenten verzögert wird.

Die von Tumpel beschworenen ,versteckten Preiserhöhungen" wird es im Handel schon deshalb nicht geben, weil der scharfe Wettbewerb zwischen den marktführenden Unternehmen Preiserhöhungen von vornherein ausschließt und zusätzlich durch die europaweite Vergleichbarkeit der EURO-Preise ein Druck auf das Preisniveau zu erwarten ist.

Auch sei es verfehlt, wenn Tumpel die ,Ausnahmen" für kleine Geschäfte im Entwurf des Wirtschaftsministers kritisiert. Diese Ausnahmen gibt es in Wahrheit nicht, weil auch das kleinste Unternehmen der Pflicht zur doppelten Währungsangabe unterliegt. Allerdings dürfen ,Mikrounternehmen" im Sinne der EU-Definition, das sind Unternehmen bis 250 m2 Verkaufsfläche bzw. max. 9 Angestellte, die Preisinformation ,durch andere geeignete Maßnahmen", wie z.B. Preislisten oder Umrechnungstabellen erfüllen.

,Diese Sonderregelung für Kleinunternehmen ist unverzichtbar, weil andernfalls eine Welle von Betriebsschließungen infolge der durch die doppelte Preisauszeichnung erforderlichen Personalkosten sowie Investitionen in Registrierkassen, Etikettiergeräte usw. zu befürchten ist", erklärt Lemler.

Auch wenn sich der Handel vor einer Preisüberwachung nicht zu fürchten braucht, hält Lemler die Forderung von Tumpel nach einer ,Preisbehörde" mit eigenem Budget für einen weiteren Beitrag der AK zur Erhöhung der Kosten im Zusammenhang mit der Preisumstellung.

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BS-Obmann Komm.Rat Erich Lemler

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