Höger: NAB muß gemeinsame Anstrengung für Jugendliche sein

Wien (ÖGB-NÖ) Der nationale Beschäftigungsplan (NAB) muß zu einer gemeinsamen Anstrengung im Interesse der Jugendlichen
werden, bei dem es nicht sein kann, daß einzelne Gruppen daraus sehr kurzsichtige Vorteile zu Lasten der Beschäftigten lukrieren wollen. Vor allem im Bereich der zwischen- und überbetrieblichen Lehrlingsausbildung muß es zu einer vollen Anrechnung der Ausbildungszeit im Rahmen der neuen Modelle kommen, weiters lehnen wir jede Form der Anlehre als Zwischenlösung klar ab, da die Jugendlichen damit wertvolle Jahre verlieren, ohne über eine wirkliche Berufsausbildung zu verfügen, stellte Freitag der Landesvorsitzende des ÖGB-NÖ, Landeshauptmannstellvertreter Ernst Höger klar, der gleichzeitig betonte, daß er sich von den montäglichen Verhandlungen diesbezügliche Einigungen erwartet. "Wir sollen und müssen gemeinsam darüber nachdenken, wie wir die Berufsausbildung als unverzichtbare Grundlage der späteren Erwerbstätigkeit jedes Einzelnen, möglichst vielen Jugendlichen so unbürokratisch wie möglich und so effizient als organisierbar, zugänglich machen. Ich appelliere deshalb mit Nachdruck an die Sozialpartner in der Wirtschaft, Ihren hinhaltenden Widerstand aufzugeben und nicht zu versuchen, ausschließlich persönliche Vorteile aus diesem eurpopaweiten Kraftakt auf Kosten der
Lehrlinge ziehen zu versuchen" unterstrich Höger.

Der ÖGB-NÖ betrachtet etwa den Vorschlag, daß ein Jugendlicher 10 Ablehnungen im Zuge seiner Lehrstellensuche einsammeln muß, bevor er das Recht bekommt eines der neuen überbetrieblichen Ausbildungsmodelle in Anspruch nehmen zu können, als entbehrlich. Ebensowenig darf ein positives Zeugnis im Rahmen dieser Modelle in Zweifel gezogen und durch eine zusätzliche Prüfung ersetzt werden. Wir lehnen es darüber hinaus auch ab, daß der Lehrberechtigte ohne Rücksicht auf diese Zeugnisse das Lehrjahr selbst bestimmen kann, hob der ÖGB Landesvorsitzende hervor. Die neuen überbetrieblichen Ausbildungsmodelle dürfen nicht zu rein beschäftigungstherapeutischen Warteschleifen, die nur verlorene Zeit bedeuten, degradiert werden, sondern müssen als vollständige Ergänzung des zu geringen Lehrstellenangebotes der Wirtschaft anerkannt werden, unterstrich Höger.

Vorstellungen, wie das Angebot, Lehrlinge auf mindere Tätigkeiten einzuschulen und auf dieser "Vorleistung" eine spätere Reduzierung der Lehrlingsentschädigung abzuleiten, sind als vollkommen gegen die Interessen der Jugendlichen gerichtet abzulehnen. Es macht keinen Sinn, auf billige Arbeitskräfte abzuzielen und damit den Jugendlichen Zeit und in der Folge Einkommen stehlen zu wollen.
Die Verhandlungen am Montag werden daher zum Maßstab der
wirklichen Bereitschaft der Unternehmerseite im Zuge der Gesamtverantwortung ihren Beitrag zu diesen europäischem und nationalen Kraftakt zu leisten, schloß Höger.
(Schluß)nk/wb

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