Ärztekammer unterstützt Zembaty

Neumann für Rücknahme der Kündigung

Wien (OTS) - Eindeutig für den Verbleib des ärztlichen Leiters der Wiener Krankenanstalt "Haus der Barmherzigkeit" in Wien-Währing, Prim. Dr. Christian Zembaty, spricht sich nun auch die Wiener Ärztekammer aus. Bekanntlich wurde Primarius Zembaty ohne Angabe von Gründen vom Spitalserhalter, der Erzdiözese Wien, gekündigt. Es gehe nicht an, so der Präsident der Ärztekammer für Wien, Prim. Dr. Michael Neumann, daß ein Arzt, der maßgeblichen Anteil am Aufbau der Geriatrie an seinem Spital hätte, plötzlich und ohne stichhaltige Begründung auf die Straße gesetzt werde. Damit werde die gesamte Aufbauarbeit in diesem Spital in Frage gestellt. Jedenfalls werde sich auch die Wiener Ärztekammer um Rücknahme der von der Erzdiözese ausgesprochenen Kündigung bemühen.****

Neumann: "Zembaty ist ein in der Geriatrie national wie auch international anerkannter Fachmann. Er hat seine Aufgabe als ärztlicher Leiter gut erfüllt, und das ohne Hierarchie der weißen Kittel, sondern ausschließlich durch eine Hierarchie der Kompetenzen." Das sei bemerkenswert. Als besonderes Beispiel führte Neumann den Pflegebereich an: Hier sei es Zembaty gelungen, eine optimale Kommunikationsbasis mit den im Pflegebereich tätigen Mitarbeitern des Hauses herzustellen.

Zudem habe sich Zembaty auch große Verdienste im Bereich der Schwerstbehindertenarbeit erworben. Das werde nun alles in Frage gestellt, kritisierte Neumann. Auch hier sei es Zembaty im besonderen Maße gelungen, ein multidisziplinäres Team zu etablieren und zu motivieren, nicht nur medizinisches Fachwissen, sondern auch Menschlichkeit an den Patienten weiterzugeben.

Der Ärztekammerchef glaubt jedenfalls, daß in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Neumann: "Ich apelliere an den Spitalserhalter, diese Kündigung nochmals dringend zu überdenken und eventuell vorhandene Meinungsverschiedenheiten in gewissen Bereichen gemeinsam auszudiskutieren." Einen verdienten und kompetenten ärztlichen Leiter einfach "abzuschießen", sei jedenfalls - und das vor allem hinsichtlich der Patientenbetreuung - der absolut falsche und inkompetente Weg. (hpp)

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