Berufsförderungsinstitut Österreich: Liberale Bildungssprecherin völlig verwirrt oder einfach ehrlich?

Wien (OTS) - "Im Zusammenhang mit den gestern bei einer Pressekonferenz erhobenen Vorwürfen gegen die Bildungseinrichtungen Wifi und bfi muß die Bildungssprecherin des Liberalen Forums, Schaffenrath, völlig verwirrt gewesen sein", stellt der Geschäftsführer des bfi Österreich, Michael Sturm, in einer ersten Reaktion auf eine APA-Aussendung fest. Denn sie hat dabei blind Standpunkte der Freiheitlichen übernommen und mit Argumenten profitorientierter Bildungsanbieter angereichert, um wild gegen Wifi und bfi zu wettern.

Ein paar Richtigstellungen:

(1) Kein Betrieb wird davon abgehalten, Lehrlinge auszubilden. Und niemand ist davon ausgeschlossen, im Wirtschaftsministerium einen Antrag auf Führung einer besonderen selbständigen Ausbildungeinrichtung nach §30 BAG zu stellen. Es sind jedoch nicht alle Einrichtungen in der Lage, die dafür notwendigen strengen Auflagen zu erfüllen. Selbstverständlich ist es nicht im Sinne dieser Bestimmung, daß sich Betriebe, die selbst gar keine Lehrlinge ausbilden wollen, hinterrücks die Lehrlingsausbildung zur Gänze durch öffentliche Mittel finanzieren lassen.

(2) Es war nicht der Vorschlag der Sozialpartner, daß der schulische Teil der Lehrlingsausbildung bei den im NAP geplanten Berufslehrgängen von anderen Bildungseinrichtungen übernommen werden soll. Bekanntlich hat Bundesministerin Gehrer durchgesetzt, daß Trägervereine diese Form von Ausbildung organisieren sollen. Noch ist völlig ungewiß, wer diese Berufslehrgänge durchführen wird und wie die Rahmenbedingungen dafür aussehen.

(3) Im Zusammenhang mit der Berufsreifeprüfung kennt die Nationalratsabgeordnete und Bildungsexpertin offensichtlich nicht das im vergangenen Jahr beschlossene Bundesgesetz. Damit, daß sie die Dimension und den Erfolg dieser bildungspolitischen Initiative nicht wahrhaben will, sondern sich von privaten Anbietern für deren wirtschaftliche Interessen instrumentalisieren läßt, stellt sie sich selbst ein Armutszeugnis aus.

(4) Richtig skurril wird es, wenn Schaffenrath in ihrem Rundumschlag Wettbewerbsverzerrungen bei EU-kofinanzierten Projekten ortet. Daß solche Projekte ausschließlich aufgrund der Qualität der Anträge und ihres Innovationsgehalts ausgewählt werden, und daß es dabei keine wie immer gearteten gesetzlichen Beschränkungen gibt, dürfte ihr entgangen sein. 'Es ist bedauerlich', so Sturm, 'wenn uns die liberale Bildungssprecherin mit ihren unqualifizierten Äußerungen nur die politische Herkunft des Forums in Erinnerung rufen oder dorthin zurückkehren will - war sie einfach ehrlich?'

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Dr. Michael Sturm
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