Schüsse auf spielende Kinder: Wiener Jugendanwalt fordert Wiedergutmachung

Opferhilfe und Prävention als Reaktion notwendig

Wien (OTS) - Wahrscheinlich wird dem Wiener Pensionisten, der
aus seiner Wohnung auf spielende Kinder geschossen hat, nicht viel passieren, weil er "nur" mit einem Luftdrduckgewehr auf die Kinder geschossen hat. Vielleicht wird er eine Geldstrafe erhalten (die
die Polizei kassiert) und ein Verbot zum Besitz von Schußwaffen.****

"Sind das geeignete Maßnahmen, mit der die Gesellschaft signalisiert, wie sie ihre Kinder schützt?" fragt sich der Wiener Kinder- und Jugendanwalt Dr. Anton Schmid. Es gehe nicht darum,
daß der Mann jahrelang im Gefängnis sitze, von dem er voraussichtlich noch aggressiver zurückkehren würde, aber warum sei es nicht möglich, daß der Mann - unter schärferer Strafandrohung - seine Tat an Kindern wieder gut mache?

Nicht Gefängnis, sondern echte Hilfe für die Opfer seien eine sinnvolle Möglichkeit auch präventiv zu wirken.

Wenn der Pensionist

  • sich offiziell bei den Kindern entschuldigen
  • etwaige psychologische Hilfestellung bezahlen
  • den Kindern ein Freizeitvergnügen (z.B. Besuch im Wiener Prater) bezahlen
  • eine entsprechende Summe in einen Opferhilfefonds einzahlen müßte,

würde er sicher nicht mehr so schnell auf Kinder schießen.

"Das wäre Opferhilfe und Prävention gleichzeitig, aber solche Strafen sind bei uns derzeit nicht möglich" schloß der Jugendanwalt.

Rückfragen & Kontakt:

Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (01) 1708Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien

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