Die heikle Frage der Jahrtausendwende

Gutachter: Vom 31. 12. 2000 zum 1. 1. 2001

St.Pölten (NLK) - Nur mehr wenige Monate trennen die Menschheit
von der Jahrtausendwende. Politik und Tourismus, Computerbranche
und Wirtschaft bereiten sich auf ein einschneidendes Datum vor,
das nicht nur eine neue Zahl am Beginn der Tausenderdezimale
bringt, sondern das den Eintritt in ein neues Zeitalter
suggeriert. Jedoch - ganz so einfach läßt sich nicht auf Anhieb sagen, wann diese Jahrtausendwende wirklich stattfindet.

Das NÖ Landesakademie stellte nunmehr ein Gutachten von Prof. Dr. Heinz Zemanek zur Verfügung, das eindeutig feststellt: Die Jahrtausendwende findet in der Nacht vom 31. Dezember 2000 zum 1. Jänner 2001 statt. Also nicht, wie vielfach angenommen, vom 31. Dezember 1999 zum 1. Jänner 2000. Für Prof. Zemanek ist dies zunächst eine reine Frage des Zählens. Das zweite Jahrtausend sei noch nicht zu Ende, wenn das Jahr 2000 nicht zu Ende ist. Analog dazu: Das zweite Dutzend beginnt mit 13 und nicht mit 12. Auch jenen, die den Übergang vom Einer der Tausenderstelle zum Zweier feiern, gibt Prof. Zemanek recht. Allerdings handle es sich dabei nicht um die Jahrtausendwende, sondern um einen Notationseffekt.
Die heute gültige Kalenderphilosophie, die den Beginn der Zeitenrechnung als gegeben hinstellt, habe sich erst in den
letzten zwei Jahrhunderten voll eingebürgert, meint Zemanek. Er führt auch das Julianische Datum ins Treffen, eine Tageszählung, die der Renaissancegelehrte Scaliger um 1600 einführte und die am 1. Jänner 4713 v.Chr. mit dem Tag Null beginnt. Der 1. Jänner 2000 hätte somit das Julianische Datum 2,451.551.

In einer kürzlich in den Medien verbreiteten Meldung wurde von Historikern der Verdacht geäußert, die Zeit Karls des Großen, mehr als 200 Jahre, seien nachträglich "dazu erfunden" worden, und Karl den Großen hätte es gar nicht gegeben.

Damit wären alle Überlegungen über eine Jahrtausendwende weit verfrüht. Wie auch immer, beide Übergänge, nämlich der des Einsers zum Zweier am Beginn der Tausenderdezimale und der "mathematische" Wechsel vom Jahr 2000 bis 2001, werden mit Recht Anlaß zu vielfachen Feiern geben. Die Probleme der Zukunft, die mit dem
neuen Jahrtausend oft gleichgesetzt wird, lassen sich durch Zahlenspielereien wohl kaum aufschieben.

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