AK: Ausbau des Semmering Basistunnels nicht weiter verzögern

Bei S6 Semmering-Schnellstraße kein gesamtwirtschaftliches Interesse - LKW Maut rasch einführen

Wien (OTS) - Wenn zwei attraktive Autobahnverbindungen nur
einer unzureichenden Bahnverbindung gegenüberstünden, läge für den Ausbau der S6 Semmering-Schnellstraße wohl kein gesamtwirtschaftliches Interesse vor, zeigt sich die AK über den Vortrag von Wirtschaftsminister Farnleitner an den heute,
Mittwoch, stattfindenden Ministerrat überrascht. Für den Ausbau der Autostrecke wurden 4,6 Milliarden Schilling veranschlagt, finanziert durch die ASFINAG. Die Begründung für diese Summe scheint der AK jedoch sehr karg zumal für den den Ausbau des Semmering-Basistunnels private Finanziers Bedingung waren. Bevor
die LKW Maut nicht eingeführt wird, ist für die AK der Straßenausbau über den Semmering ohnedies nicht denkbar. Außerdem müsse zuerst vorrangig der notwendige Ausbau des Semmering-Basistunnels betrieben werden. ****

Die bisherigen Verkehrszählungen zeigen, daß eine durchschnittliche Tagesfrequenz von 10.000 bis 12.000 Fahrzeugen keinesfalls den autobahnmäßigen Ausbau der Semmering-Schnellstraße rechtfertigt. Die Aussagen von Wirtschaftsminister Farnleitner, wonach für den Ausbau der S6 Semmering-Schnellstraße das gesamtwirtschaftliche Interesse vorliege, kommen für die AK überraschend. Mit der Realisierung der S6 Semmering-Schnellstraße stünden zwei attraktive Autobahnverbindungen dem Verkehrskorridor "Südbahn" gegenüber, also einer vor allem im Güterverkehr unzureichenden Bahnverbindung. Das würde allen verkehrspolitischen Zielsetzungen widersprechen, sagt die AK. Für den Vollausbau der Straßenstrecke sind Kosten in der Höhe von ca netto 4,6 Milliarden Schilling veranschlagt worden. Die Finanzierung erfolgt durch die ASFINAG. Die AK kritisiert, daß für den Schienenausbau über den Semmering die private Finanzierung maßgebend war und die Wirtschaftlichkeit und gesamtwirtschaftliche Interessen
genauestens hinterfragt wurden. Bei der Autostrecke reicht jedoch eine dürftige Beurteilung für diese Summe: "Die Errichtung der Strecke dient der Entlasung des wieder erstarkenden Torusimusgebietes Semmering und durch die Errichtung von drei Tunnelabschnitten der Entlastung der Ortsdurchfahrten in
Semmering, Spital und Steinhaus. Das führt zu einer erhöhten Verkehrssicherheit bei gleichzeitiger Verringerung der Umweltbelastungen."

Von einem Vollausbau der Straßenstrecke kann erst dann gesprochen werden, wenn der für die Wirtschaft so dringend erforderliche Ausbau des Semmering-Basistunnels auf der Schiene nicht weiter verzögert wird, sagt die AK. Für die Autostraße wurde die private Finanzierung wegen Unwirtschaftlichkeit abgelehnt, was
andererseits jedoch Bedingung für den Schienenausbau war. Daher verlangt die AK erneut die rasche Einführung der fahrleistungsabhängigen LKW-Maut. Gerade das Semmering-Straßenprojekt würde ganz klar die Quersubventionierung vom PKW zum LKW verdeutlichen. Ein Straßenbau, ausgerichtet für den Straßen-Schwerverkehr, würde auf Kosten der übrigen Autofahrer errichtet: Denn nur ein Zehntel der gesamten Fahrzeuge, die pro
Tag den Semmering passieren, sind LKW.

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