Posttraumatische Störungen - Die oft unterschätzten und verkannten Folgen seelischer Extrembelastungen

Symposium, Samstag, 6. Juni 1998, 9.00 bis 18.00 Uhr, Hörsaalzentrum des Allgmeiennen Krankenhauses der Stadt Wien

Wien (OTS) - Wegsehen kann man nur bei Filmen. Muß man jedoch am eigenen Leib erfahren oder mit ansehen, wie jemand schwer verletzt, bedroht oder Gewalttaten ausgesetzt wird, so bedeutet dies nicht nur die Konfrontation mit körperlichen Verletzungen. Ein Großteil der von Kriegen, Naturkatastrophen oder Gewaltverbrechen geschädigten Personen hat auch noch Jahre danach mit schwerwiegenden psychischen Beeinträchtigungen fertig zu werden. Sie sind im Alltag weniger belastbar, nervöser und leiden an immer wiederkehrenden, schmerzvollen Erinnerungen an das Ereignis. Experten sprechen in diesem Fall von einer Posttraumatischen Belastungsstörung der Post Traumatic Stress Disorder. Schätzungen zufolge leiden etwa 15 Prozent der Vietnamveteranen daran, unter Opfern von Naturkatastrophen oder Gewaltverbrechen dürfte die Zahl um ein Vielfaches höher sein.

Bei einem hochkarätig besetzten Symposium am Wiener AKH werden internationale Experten am kommenden Samstag, dem 6. Juni 1998, prinzipielle Fragen der Entstehung, Diagnostik und Therapie dieses in der Öffentlichkeit noch kaum bekannten Krankheitsbildes erörtern. An Beispielen wie Folter, politischer Verfolgung, Vergewaltigung und schweren Unfällen werden deren psychische Auswirkungen dargestellt werden. "Mit dieser Veranstaltung", so der Vorstand der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie, Univ.Prof.Dr. Heinz Katschnig, "wollen wir vor allem auf gesellschaftspolitischer Ebene das Bewußtsein und die Sensibilität für dieses im Zunehmen begriffene Krankheitsbild erhöhen." Ebenso sollen jene Experten, die unmittelbar mit der Diagnose und Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung konfrontiert sind - also Psychotherapeuten, Psychologen und Mediziner - Einsicht in neueste Forschungsergebnisse über Entstehung und Behandlung dieses Krankheitsbildes erlangen.

Symposium "Posttraumatische Störungen - Die Folgen seelischer Extrembelastungen", Samstag, 6. Juni 1998, 9.00 bis 18.00 Uhr, Hörsaalzentrum des Allgmeinen Krankenhauses der Stadt Wien, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien.

Anmeldungen: Tel.: 01/40400-3603

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Univ.Prof.Dr. Heinz Katschnig
Universitätsklinik für Psychiatrie
Tel.: 01/40400-3603,m Fax: 01/40400-3605

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