Vorausmeldung zu GEWINN vom 3.6.1998 Hugo Portisch wird Unternehmer

Wien (OTS) - In der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet GEWINN von der "neuen Karriere des Dr. Hugo Portisch": Im flotten Alter von 70 feiert er eine ganz andere Premeriere, nämlich als Franchisenehmer von "Ihr Büro". Der Franchisegeber von "Ihr Büro" ist ein Deutscher, der kürzlich seinen Firmensitz nach San Diego in Kalifornien verlegt hat. Portisch übernahm für Österreich das Konzept, das für kleine Firmen, die großen Bedarf an Flexibilität und Service haben. Von seinem Büro in der Landstraßer Hauptstraße verwaltet er bereits 20 Büros und wird demnächst groß expandieren:
"Im Milleniums-Tower werden nur ganze Stockwerke vermietet. Diese Prestigeadresse ist zwar sehr begehrt, ein ganzes Stockwerk aber für viele Firmen zu teuer. Bei uns kann jeder ein oder zwei Zimmer günstig mieten."

Portisch und seine Langzeit-Geschäftsführerin Christine Graf rechnen vor: "Ihr Büro" stellt ein vollwertiges Büro-Service samt 20-Stunden-Teilzeitkraft um 12.600 Schilling zur Verfügung. Wer sich alles selbst organisiert, kann mit dem Dreifachen rechnen.

Franchise-Shops von Swatch

Auch Swatch startet mit einem neuen Franchise-Konzept, berichtet das Wirtschaftsmagazin GEWINN in seiner am Mittwoch erscheinenden Juni-Ausgabe. Die Zeiten sind härter geworden - auch für Swatch. "Der Kuchen ist nicht größer geworden. Es ist vielen jahrelang zu gut gegangen", nimmt sich Rudolf Semrad, Geschäftsführer von SMH Österreich (Swatch, Omega, Longines, Rado, Tissot, Certina & Co), kein Blatt vor den Mund. "Es gilt die Warenpräsentation zu verbessern!" lautet seine klare Devise. Die Zeit ist deshalb reif für Franchisenehmer - neben den derzeit 306 Swatch-Verkaufsstellen hierzulande. Bereits vor rund acht Jahren gab es einen ersten zaghaften Franchiseversuch mit dem Swatch-Shop am Kohlmarkt (ist inzwischen auf den Graben übersiedelt). Aber erst jetzt will Swatch seinen Erfolg über das Franchisesystem kräftig multiplizieren. Semrad: "Drei Franchisenehmer haben wir schon fix, etwa fünf weitere Standorte haben wir definiert. Es gibt zwar keine weißen Flecken mehr auf der Landkarte, aber einige leicht graue Flecken!" Mit der Fußgängerzone in der Wiener Favoritenstraße nennt er nur einen, die restlichen Plätze will er aus Angst vor explodierenden Quadratmetermieten lieber verschweigen. Ein dreißig Quadratmeter großer Laden - an einem Topstandort - und zwei Mitarbeiter, die abwechselnd verkaufen, sind die Mindestanforderung, um als Franchisenehmer sämtliche Swatch-Produkte - von Plastik- über Skin-bis zu Irony-Uhren (zweimal jährlich erscheint eine neue Kollektion), die FlikFlak-Kindermodelle, Pager, Schnurlostelefone und Anrufbeantworter - mit Ausnahme des Swatchmobils anzubieten. Als persönliche Voraussetzung kommt noch der "Swatch-Spirit" dazu, den einfach jeder Swatch-Shop-Betreiber in sich aufsaugen müsse. Zeit ist Geld, und deshalb wird in der Regel schnell gehandelt. Wer ein entsprechendes Lokal an der Hand hat, wird von den SwatchMannen tatkräftigst unterstützt. Semrad: "Wir erstellen eine Rentabilitätsanalyse, und unsere Architekten in der Schweiz können anhand des Bauplans innerhalb von einer Stunde das modulare Ladenbausystem erstellen. Dieses bewährte Möbelsystem ist ausschließlich Franchisenehmern vorbehalten." Rund 30.000 Schilling pro Quadratmeter kostet die Ladeneinrichtung, weitere 400.000 Schilling müssen für die Erstausstattung mit Swatch-Produkten hingeblättert werden. Die Franchisegebühr (es gibt keine Einstiegsgebühr) inkludiert auch den Werbebeitrag und liegt unter fünf Prozent vom Nettoumsatz. Unterm Strich laufe ein derartiger Swatch-Shop, so Semrad, "profitabel. Ein Franchisenehmer kann sehr gut davon leben. Denn Swatch ist die einzige Marke, mit der sich allein ein eigenes Geschäft betreiben läßt!" Die Bevorratung wird mit einem EDV-gestützten Warenwirtschaftsprogramm gesteuert. Die Lagerdrehung liege bei acht- bis zwölfmal pro Jahr. Semrad: "Wenn jemand unter acht liegt, kommt der Außendienst und berät hinsichtlich der Sortimentsgestaltung."

Die Sachertorte ist im Internet ein Verkaufshit

In der Titelgeschichte der Juni-Ausgabe des GEWINN, die am Mittwoch erscheint, holt GEWINN zahlreiche Beispiele von Unternehmen vor den Vorhang, die im Internet bereits gute Geschäfte machen und bringt einen kompletten Leitfaden bis zur eigenen Homepage für Selbständige und Kleinbetriebe. Unter anderem hat sich auch die Sachertorte zu einem echten Verkaufsschlager im Internet entwickelt: Das Hotel Sacher verkauft bis zu 50 Torten pro Tag übers Netz. "Wir haben im Frühjahr 1996 mit einer einfachen Homepage begonnen", erinnert sich Mag. Gunther Bartsch, kaufmännischer Direktor des Hotel Sacher. "Die erste Bestellung einer Sachertorte ist erst nach drei Wochen erfolgt!" Zumindest hat es das Sacher anfangs auch nichts gekostet. Mit dem Provider CSO war ursprünglich ein Deal ausgemacht worden: Er installiert die Homepage, dafür kassiert er drei bis fünf Prozent = pro verkaufter Torte. Im zweiten Jahr waren es dann schon 1.200 Torten, die geordert wurden. Das Sacher vermarktete in den vergangenen zwei Jahren die Internet-Adresse "www.sacher.com" weltweit - unter anderem über Sticker, die auf jedes verschickte Kuvert geklebt wurden. In erster Linie besuchen Deutsche, Italiener, Amerikaner und Japaner meist nach einem Wien-Aufenthalt die zweisprachige (Deutsch/Englisch) Sacher-Homepage, um dort eine der weltber=FChmten "Original Sachertorten" in den virtuellen Einkaufswagen zu legen. Den Genuß mit Schokoguß gibt es in vier verschiedenen Größen von 220 bis 430 Schilling im Netz. Je nachdem, aus welchem Land die virtuelle Naschkatze kommt, werden gleich die jeweiligen Versandkosten eingerechnet. Noch am selben Tag werden die Sachertorten dann mit DHL zum jeweiligen Adressaten - meist nicht ident mit dem Besteller - verschickt. Bartsch: "Während unserer Hauptsaisonen wie etwa zu Weihnachten versenden wir 30 bis 50 Torten pro Tag! Im Schnitt kommen wir derzeit auf zehn Torten pro Tag, als reines Zusatzgeschäft!" Bezahlt wurde bislang mit Kreditkarte, jetzt will man sich noch ein größeres Stück vom Kuchen abschneiden und investierte dafür einige hunderttausend Schilling in einen virtuellen Sacher-Shop (Pilotprojekt mit IBM). Die Sachertorten sollen ab Juli über Kreditkarte mittels SET bezahlt werden. SET (secure electronic transactions) übermittelt die Daten der Kreditkarte verschlüsselt an die Bank, von wo wiederum verschlüsselt dem Sacher-Shop das Okay übermittelt wird.

Wlaschek kauft weiter ein

Über spektakuläre Käufe und Verkäufe von Immobilien berichtet GEWINN in seiner neuesten Ausgabe: Unter anderem ist es wieder einmal Karl Wlaschek, der "zugeschlagen" hat: Auf seiner Immobilien-Shopping-Tour hat Ex-Billa-Chef Karl Wlaschek wieder einmal in der Wiener Innenstadt einen Zwischenstopp eingelegt. Genauer: in der Werdertorgasse 3, Ecke Neutorgasse. 65 Millionen Schilling hat die Ermione Immobilien Gmbh, eine 100-Prozent-Tochter der KWPS Immobilien AG, die wiederum zur Gänze im Eigentum der Karl Wlaschek Privatstiftung steht, für das Wohn- und Geschäftshaus Ende April bezahlt. Verkäufer ist der deutsche Direktversicherer Hannover International. "Das Angebot war gut, und als Schaden- und Unfallversicherer haben wir einen deutlich kleineren Immobilienbestand als ein Lebensversicherer. In den 15 Jahren, die wir jetzt in Österreich sind, haben wir einen Prämienstand von rund einer Milliarden Schilling aufgebaut. Nur etwa zehn Prozent davon decken wir mit Immmobilien ab", so Hannover-Direktor Felix Wolf.

BIG-Verkaufsliste mit 450 Immobilien

Die BIG Liegenschaftsverwertung, eine Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft, hat ein Mietshaus am Rennweg 75 im Dritten Bezirk von Wien verkauft. Der Käufer, ein Holzhändler aus dem Burgenland, zahlte 12,1 Millionen Schilling. Wie Reinhard Peschel von der BIG gegenüber GEWINN erklärte, handelt es sich bei dem Haus nur um eine von insgesamt rund 450 Immobilien, mit deren Verkauf die BIG 1992 von der Republik Österreich beauftragt worden ist. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um ehemalige Dienstwohnungen in der Nähe von alten Militärkasernen. Peschel: "Zunächst bieten wir die Wohnungen den Mietern an. Die Preise basieren auf Schätzgutachten, die wir für jedes Haus gleich mehrfach machen haben lassen. Bei einem zeitlich befristeten Wiederverkaufsverzicht bekommen die Mieter einen Abschlag vom Schätzwert. Bei sieben Jahren sind das 20 Prozent, bei zwölf Jahren 30 Prozent. Können wir nicht alle Wohnungen in einem Haus an die Mieter verkaufen, schreiben wir das ganze Haus komplett zum Verkauf an dritte aus." Die teuersten Verkäufe der BIG Liegenschaftsverwertung waren laut Peschel bislang ein Haus in der Annagasse in der Wiener Innenstadt und eines in der Porzellangasse im Neunten Bezirk. Bei beiden lag der Verkaufspreis knapp unter 100 Millionen Schilling.

P.S.K. verkaufte Palais an Raiffeisen Oberösterreich

Die österreichische Postsparkasse hat das "Palais Schöller" in der Jacquingasse 47 im Dritten Wiener Bezirk um 50 Millionen Schilling an die Regional-Immobilien-Projekt verkauft. Die Regional-Immobilien-Projekt ist mehrheitlich im Besitz der Raiffeisen-Impuls-Leasing, einer Tochtergesellschaft der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Laut P.S.K.-Sprecher Josef Ruhaltinger stand das Haus in den letzten Monaten leer. Der Verkauf sei als Einzelfall und nicht als Teil einer wie auch immer gearteten größeren Konsolidierung des Immobilienbesitzes der P.S.K. zu werten. Die P.S.K. wird ihr Immobilienengagement in Hinkunft sogar verstärken. In Zusammenarbeit mit dem Immobilienmakler-Franchiser Aufina wird seit kurzem ein Immobilienkauf-Komplettservice bis hin zur Finanzierung angeboten.

Gerngross verkauft an Gerngross Die Gerngross Kaufhaus AG hat einen Teil des "Steffls" um knapp 1,4 Millionen Schilling an die Gerngross Restaurantbetriebe verkauft. "Das ist ein erster Schritt hin in Richtung Systemkonformität. Dort, wo ein Gastronomiebetrieb geplant ist, soll in Zukunft die Gerngross Restaurantbetriebe direkt an die Gastronomen verpachten", so Palmers-Sprecherin Angela Pengl.

Modefürst Fürnkranz kauft Zinshaus

Rund 25 Millionen Schilling war KR Karl Fürnkranz ein Zinshaus auf der Alserstraße im Neunten Bezirk in Wien wert. Anfang Februar erstand der Eigentümer der Textilhandelskette die etwa 1.500 Quadratmeter große Liegenschaft von einer privaten Verkäuferin. Das Geschäftslokal im Erdgeschoß des Gebäudes wird derzeit von der Julius Meinl AG gemietet. Laut Grundbuchauszug hat - sollte das Mietverhältnis mit Julius Meinl beendet werden - das Modehaus Grandits eine Option auf das Geschäftslokal.

Fernwärme Wien kauft ihre "eigenen" Werke

Mitte 1997 kaufte die Fernwärme Wien Gesellschaft um den Gesamtbetrag von rund 64,5 Millionen Schilling drei ihrer Werke. So erwarb die 100prozentige Tochter der Wiener Stadtwerke die Werke im Neunten Bezirk, in Kagran und in Inzersdorf von der Stadt Wien. Der Kauf wurde von seiten der Fernwärme Gesellschaft damit erklärt, "daß wir nun künftig bei etwaigen Bauvorhaben nicht mehr von der Zustimmung des ehemaligen Eigentümers, der Stadt Wien, abhängig sind".

Neues Heim für Salzburger Studenten

Um 13 Millionen Schilling wechselte eine Liegenschaft am Salzburger Glockenplatz Ende April von der Stadtgemeinde Salzburg zur Wenzl Hartl Baugesellschaft. Auf dem 8.500 Quadratmeter großen ehemaligen Parkplatz soll bis Sommer 1999 neben einem neuen Studentenheim auch ein Bauernmarkt und eine Geschäftszeile entstehen. Auftraggeber des gesamten Projekts ist die Wiener Studentenförderungsstiftung. Diese verwaltet und leitet österreichweit 3.000 Studentenheimplätze. "Im Zuge der Stadtsanierung haben wir diesen Auftrag bekommen", erklärt der Geschäftsführer der Hartl Baugesellschaft, DI Gerhard Enner. "Finanziert wird das Großunternehmen um rund 60 Millionen Schilling aber von der Stiftung." Das Heim soll in den Sommermonaten des nächsten Jahres als Hotel eingesetzt werden, bevor es dann im Herbst den ersten Studenten zur Verfügung steht. Bezüglich der 24 Lokale der Geschäftszeile ist man laut Enner mit unterschiedlichen Unternehmen in Verhandlungen.

dm kauft Teil des Salzburger Gewerbegebietes

Der Drogeriemarkt dm hat Ende April einen 7.700 Quadratmeter großen Teil des neu errichteten Salzburger Gewerbeparks von der Land-Invest Salzburg erworben. "Unser Verwaltungsapparat ist derzeit im Salzburger Airport Center auf etwa 3.200 Quadratmetern untergebracht", erklärt dm-Prokurist Peter Krammer. "Bei der jetzigen Entwicklung unseres Unternehmens wird uns diese Fläche bereits in den nächsten fünf Jahren um mindestens 1.500 Quadratmeter zu klein werden. Deshalb haben wir vorsorglich die Liegenschaft im Salzburger Gewerbegebiet gekauft, um im Notfall umziehen zu können." Derzeit liegt der um rund 15,2 Millionen Schilling erworbene Grund brach. "Wir sind laut Vertrag erst innerhalb von fünf Jahren verpflichtet, das Gebiet zu bebauen", informiert Krammer, der aber Spekulationen mit dem Grundstück ausschließt. "Wir haben zwar bereits eine Anfrage von Danone erhalten, ob wir Teile unserer Liegenschaft verkaufen, sind aber derzeit nicht bereit dazu."

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