Zwischenbilanz Pfingstverkehr 1998: Rückgang von Schwerstunfällen

Wien (OTS) - Kilometerlange Staus, jedoch weniger Schwerstunfälle:
so läßt sich vorläufig kurz das Pfingstwochenende auf Österreichs Straßen charakterisieren. Gründe für dieses relativ ruhige Verkehrsgeschehen sieht das Kuratorium für Verkehrssicherheit neben der zunehmenden Gefahrensensibilisierung der Autofahrer sowie den in den letzten Jahren realisierten gesetzlichen Maßnahmen vor allem im geringeren Verkehrsaufkommen infolge der schlechten Wetterlage.

Im Zeitraum Freitag, 29.5.98, bis Sonntag 31.5.98, ereigneten sich im gesamten Bundesgebiet 435 Verkehrsunfälle mit Personenschaden (-5% zu 1997). Dabei waren 549 Personen mit leichten oder schweren Verletzungen (-2% zu 1997) sowie 9 Tote zu beklagen. Im Vergleich dazu das Unfallgeschehen Pfingstfreitag bis -sonntag 1997: 446 Unfälle mit Personenschaden mit 567 Verletzten und 14 Getöteten.

Die Zahl der Anzeigen bzw. Organmandate wegen Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit sank heuer Pfingstfreitag bis -sonntag von 23.305 auf 21.684, die der Führerscheinabnahme von 367 auf 274.

"Die Senkung der Opferzahlen im Vergleichszeitraum gegenüber dem Vorjahr darf jedoch keineswegs als Ruhekissen für die Umsetzung weiterer, dringend erforderlicher Maßnahmen betrachtet werden", so das Kuratorium für Verkehrssicherheit. "Ganz im Gegenteil: dieser Umstand ist positives Zeugnis für das effiziente Greifen einer Reihe legistischer Regulative sowie einer Stärkung der Eigenverantwortung und muß daher Ansporn für die Durchsetzung des vorliegenden Sicherheitspaketes sein. Alles andere ist lediglich Stückwerk und bedeutet einen gefährlichen Verzicht auf vorhandene Reserven der Risikominimierung."

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit fordert daher zur Aufrechterhaltung des positiven Trends in der Unfallentwicklung:

- Einführung des Punkteführerschein-Systems "light", das so sparsam und unbürokratisch wie möglich realisiert werden und sich nur gegen schwere Verkehrsdelikte richten soll

- die Realisierung der 20. STVO-Novelle

- den zweijährigen gesetzlichen Großversuch "Fahren mit Licht am Tag"

- Die Anhebung der Strafsanktion bei Nichtverwendung des Gurts auf öS 500

- Handyverbot mit Ausnahme bei Verwendung einer Freisprechanlage

Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen könnte - belegt durch internaionale Erfahrungen und zahlreiche wissenschaftliche Studien -ein Rückgang der jährlichen Zahl der Getöteten auf ca. 600 pro Jahr erzielt werden - vom menschlichen Leid dabei ganz zu schweigen. Östereich würde damit im europaweiten Vergleich des Unfallgeschehens weitestgehend mit den erfolgreichen Staaten mitziehen.

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