Rektor Ebenbauer, Universität Wien, entsetzt über den Versuch der Entmündigung der österreichischen Rektoren durch Bundesminister Einem. Neuerlicher Versuch des Ministers, die Universitätsautonomie in Frage zu stellen

Wien (OTS) - In einem offenen Brief an Bundesminister Dr. Caspar Einem zeigt sich der Rektor der Universität Wien, Prof. Alfred Ebenbauer, empört über das in der dieswöchigen Ausgabe der Zeitschrift News getätigte Interview Einems.

Einems Infragestellung des hochschulpolitischen Mitspracherechtes der Rektoren im laufenden Reformprozeß sei nicht mehr nachvollziehbar. Als gewählter Rektor der Universität Wien, verstehe Ebenbauer sein Amt selbstverständlich als "politische Aufgabe und Mandat".

In diesem Zusammenhang meinte Ebenbauer weiters, Politik ohne Kompetenz sei sinnlos. Wer sonst, als die Universitäten selbst, sollte beurteilen können, wie die derzeit brennenden Probleme im Hochschulbereich zu lösen sind. Es gehe entschieden zu weit, so Ebenbauer, daß Einem nach Lust und Laune beim Auftauchen universitärer Probleme die Führungsverantwortung der Rektoren einklage und wenig später öffentlich die Führungskompetenz der Verantwortungsträger in Frage stellt.

Einems Ablehnung einer Diskussion zum Thema Studiengebühren und kapazitäts-und leistungsorientierten Eingangsbeschränkungen stellt Einems Demokratieverständnis und seinen Reformwillen vollends in Frage. Die Einführung von Studiengebühren nach der nächsten Wahl sei ja - trotz der zahlreichen Lippenbekenntnisse Einems - auch innerhalb der SPÖ längst mehrheitlich diskutabel.

Die erstmalige Vorstellung des sogenannten "Weißbuches" zur Hochschulpolitik in der österreichischen Mission in Brüssel durch Einem zeuge auch atmosphärisch nicht von einem konstruktivem Kooperationswillen Einems.

Der Minister solle sich überlegen, ob seine Taktik ständig im Alleingang und ohne entsprechende Hintergrundkenntnisse Vorstöße zu machen, und die dauernden Versuche, die universitäre Eigenkompetenz in Frage zu stellen, nicht mehr Probleme schafft als irgendwelche zu losen.

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