Jetzt "weht" ein Ökostrom-Programm ins ELWOG!

BVEE und IGW fordern EU-gemäße Einspeisetarife und bindende Ausbauziele für Ökostrom

Wien (OTS) - Bundesverband Erneuerbare Energie (BVEE) und Interessengemeinschaft Windkraft (IGW) begrüßten heute in einer Pressekonferenz die große Beteiligung an der jüngsten Förderrunde für Windkraft. Das Engagement der Österreicher zeige, wie notwendig die Förderung Erneuerbarer Energien im neuen Stromgesetz ElWOG ist. Die Verbände fordern ein "Ökostrom-Programm" als Teil des Gesetzes. Die wichtigsten Elemente des Programms sind höhere Einspeisetarife und verbindliche Ausbau-Ziele für Strom aus Biomasse, Kleinwasserkraft, Photovoltaik und Wind. Windstrom für 45.000 Haushalte könnten die 56 Windmühlen erzeugen, die im Zuge der kürz-lich abgeschlossenen Ausschreibung um Förderungen ansuchen. Doch infolge der niedrigen Einspeisetarife bleibt der Fördertopf ein Tropfen auf den heißen Stein. Nur etwa ein Zehntel der Projekte können unter diesen Umständen verwirklicht werden.

"Den Erzeugungskosten für Windstrom von im Mittel 1,30 Schilling pro Kilowattstunde stehen in Österreich Einspeisetarife von durchschnittlich 60 Groschen pro Kilowattstunde gegenüber", erläutert Hans Winkelmeier, Obmann der IGW das Problem. "Dadurch brauchen die Anlagen zumeist zwischen 50 und 60% der Investitionskosten als Förderung, und der schmale Fördertopf ist rasch leer."

Herbert Stava, Umweltstadtrat von Bruck an der Leitha und Obmann des größten Windpark-Projektes verweist auf europäische Nachbarn:
"Würde die EVN für Ökostrom soviel zahlen, wie es deutsche oder Schweizer Stromkonzerne müssen, dann wäre unser Energiepark Bruck längst Realität. Dann bräuchte unser Windpark nicht dreißig sondern höchstens fünf Prozent Förderung."

BVEE-Geschäftsführer Ulfert Höhne bilanziert: "Das Engagement der Österreicher ist erneut bewiesen. Die heimische Wirtschaft wartet auf die Investitionen. Jetzt liegt es in der Verantwortung der Parlamentarier, für passende gesetzliche Grundlagen im ElWOG zu sorgen."

Der BVEE präsentiert konkrete Vorschläge zur Verbesserung der ElWOG-Vorlage. Die wichtigsten Punkte sind:

* Faire Einspeisetarife für Strom aus Erneuerbaren Energiequellen auf europäischem Niveau, das heißt: orientiert an den Stromkosten im Verbrauchernetz, wie dies auch im EU-Weißbuch gefordert wird.

* "5%-Ökostrom-Programm": Bis zum Jahr 2005 sollen alle Stromversorger verpflichtet sein, fünf Prozent des von ihnen verkauften Stroms aus neuen Anlagen zu beziehen, die Biomasse, Biogas, Wind, Kleinwasserkraft oder Photovoltaik nutzen. Der Weg dorthin muß durch verbindliche Zwischenziele für jede der Erneuerbaren Energiequellen festgelegt sein.

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Ulfert Höhne

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