Leica Camera AG: Restrukturierung und Minderumsatz kosten den Gewinn

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Vor dem Hintergrund einer in der
Summe aller Märkte lediglich moderaten Umsatzsteigerung hat der Vorstand der Leica Camera AG auch das 4. Quartal des Geschäftsjahres 1997/98 (1. April 1997 bis 31. März 1998) genutzt, durch weitere Restrukturierungsmaßnahmen bei der Minox GmbH, Wetzlar, und der Leica Camera AG, Solms, die Voraussetzungen für einen Turn-around im angelaufenen Geschäftsjahr zu schaffen. Der Umsatz des Geschäftsjahres 1997/98 (31.3.) stieg um 4,0% auf 276,3 Mio DM. Das Umsatzziel wurde dabei um 30,0 Mio DM verfehlt, was zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Betriebsergebnisses führte. Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres, das der Aufsichtsrat in seiner außerordentlichen Sitzung vom 22. Mai 1998 beraten hat, ist nach vorläufigen Zahlen vor allem durch einen um 25,3 Mio DM erhöhten Produktionsaufwand, entsprechend einer Steigerung von 12,8%, und 4,2 Mio DM außerordentlichen Aufwand für Restrukturierungsmaßnahmen belastet, heißt es in einem am Mittwoch versandten Aktionärsbrief. Das Betriebsergebnis des Geschäftsjahres 1997/98 sank gegenüber Vorjahr um 18,9 Mio DM auf einen Verlust von 3,3 Mio DM. Dennoch wurden für die Fertigentwicklung neuer Produkte 13,5 Mio DM (-23,6%) aufgewandt und 13 Mio DM in Sachanlagen (-37%) investiert, um die Voraussetzungen für verstärkte Nachfrageimpulse in nächster Zeit zu schaffen. Das Ergebnis vor Steuern ging auf einen Verlust von 11,6 Mio DM zurück. Der Jahresverlust wird nach den vorläufigen Zahlen 10,9 Mio DM betragen, der durch einen Gewinnvortrag von 7,3 Mio DM und nach Anteilen anderer Gesellschafter von 0,2 Mio DM zu einem Bilanzverlust von 3,8 Mio DM führen durfte. Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat vorschlagen, die Dividendenzahlung für das Geschoßjahr 1997/98 auszusetzen.

Das Geschäftsjahr 1997/98 stand wie angekündigt ganz im Zeichen einer planmäßigen Umorientierung des Leica Camera Konzerns, die durch erhebliche Einbrüche in wichtigen Märkten erschwert wurde. Dennoch blieben die Internationalisierung des Geschäfts und eine Neuausrichtung der Marken sowie die Fertigentwicklung neuer, ertragsverbesserter Produkte vor allem im Bereich Objektive der Mittelpunkt des Geschehens. Im Rahmen eines umfangreichen Projektes zur Reorganisation von Fertigung und Fertigungssteuerung konnten die Lieferschwierigkeiten gerade von neuen Produkten bis zum Ende des Kalenderjahres beseitigt werden. Die Kehrseite der Medaille waren neben den zum Teil unerwarteten Umsatzrückgängen hohe außerordentliche Aufwendungen für Produktbereinigungen, Produktionsverlagerungen, Sozialpläne und Lagerabschreibungen.

Im 4. Quartal (1. Januar bis 31. März 1998) des Berichtsjahres lag der Umsatz mit 82,9 Mio DM um 8,8% unter dem des Vorjahres. Auch in diesem Berichtsquartal ging der Umsatz in Asien um 39,0% gegenüber dem Vorjahr auf 14,5 Mio DM zurück. In Europa konnte der Konzern seine Position außerhalb Deutschlands stärken, allerdings gingen die Umsätze wegen des Rückgangs im deutschen Markt (-9,9%) um 7,6% auf 52,1 Mio DM zurück. In dem für die Internationalisierung des Geschäfts strategisch wichtigen US-Markt bestätigte sich der Wachstumstrend des ersten Halbjahres mit einer Umsatzsteigerung um 54,1% im 4. Quartal auf 15,0 Mio DM. Das Konzernergebnis des Berichtsquartals war vor allem von der Verbuchung des außerordentlichen Aufwands aus der Sanierung der Minox GmbH und der Anpassung der Kostenstrukturen der Leica Camera AG gekennzeichnet. Es entstand ein Betriebsverlust von 3,3 Mio DM, der durch außerordentliche Aufwendungen von 3,3 Mio DM zu einem Verlust vor Steuern von 7,9 Mio DM führte. Der Quartalsverlust nach Steuern betrug hochgerechnet 6,0 Mio DM. Damit ist sowohl auf der Ebene des Betriebsergebnisses als auch beim Verlust vor Steuern über die Hälfte des Jahresverlustes im 4. Quartal entstanden.

In den ersten zwei Monaten des neuen Geschäftsjahres 1998/99 hat sich keine wesentliche Belebung der asiatischen Märkte ergeben, dagegen hat sich der positive Gesamttrend in Europa und Amerika fortgesetzt. Damit Geschäftsverlaufs abzusichern. Mit der gruppenweisen Einführung von SAP R3 im laufenden Geschäftsjahr werden die lnformationssysteme zudem vernetzt und aktualisiert. Um den Umsatz der Leica Camera Konzerns zu sichern und die Ertragssituation nachhaltig zu stabilisieren, erarbeitet das Management derzeit Maßnahmen zur strategischen Weiterentwicklung des höherwertigen und damit Leica-typischen Produktsegmente bei den Kompakt-Kameras; Ergänzung bzw. Abrundung der Produktpalette im Bereich Fernoptik insbesondere durch die Zielfernrohre; weltweite Vertriebsaktivitäten, um die erfolgreich eingeführte S1 als erste digitale Studiokamera von Leica durch erhöhte Stückzahlen auch zum wirtschaftlichen Erfolg zu bringen; sowie Stärkung des Handels im Rahmen zuversichtlich, bereits der kommenden Hauptversammlung am 30. September 1998 in Solms einen Umsetzungsbericht für weitergehende Strategiemaßnahmen geben zu können, dessen erste Auswirkungen sich noch vor dem Weihnachtsgeschäft niederschlagen werden.

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