Reinl-Stiftung prämiert Preisträger bei Konzert am 5. Juni

Internationale Beteiligung - Michael Radanovics aus Steyr belegte dritten Platz bei Kompositions-Wettbewerb

Wien (OTS) - Die Franz Josef Reinl-Stiftung prämiert am 5. Juni im Rahmen eines Konzerts im Stadtsaal von Purkersdorf (Beginn 19.30 Uhr, Eintritt frei) die Preisträger des fünften Komponisten- und Harfenisten-Wettbewerbs. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 240.000 Schilling dotiert. Bei internationaler Beteiligung konnte auch ein Österreicher die Jury überzeugen: Michael Radanovics aus Steyr belegt bei den Komponisten den dritten Platz, teilte die Stiftung Mittwoch abend bei einem Pressegespräch mit. ****

"Die Kompositionen sollten den Unterhaltungswert von Musik nicht verleugnen", definierte Stiftungsvorstand Dr. Ernst Grossmann die Vorgabe. 37 Arbeiten wurden eingereicht, Fachleute wie Gerhard Wimberger, langjähriger Präsident der AKM, bildeten die Jury. Zwei Künstler aus Bayern überzeugten die Experten: Peter Wittrich erhält für sein Werk "Segnali capricciosi" 70.000 Schilling, Fredrik Schwenk ("Mouvement rituel") 50.000 Schilling. Der gelernte Geiger Radanovis bekommt 30.000 Schilling für "Saitenspiele" zugesprochen.

Die Trompete als typisches "Signal"-Instrument - und im weiteren Sinne damit andere Blechblasinstrumente wie etwa das (Jagd-)Horn repräsentierend - bildet die Grundlage und Grundidee der Komposition von Wittrich. Schwenk bezieht den Titel seiner Arbeit auf einen Dialog aus Andrej Tarkowskis filmischem Vermächtnis "Opfer". Die zu je zwei Gegensatzpaaren angeordneten Abschnitte erinnern an die knappe Satzanlage eines viersätzigen Divertimentos.

Das Stück des Oberösterreichers für Harfe solo besteht aus drei musikalischen Gedanken, die in ihrem Wesen nach aus Jazz- und Pop hergeleitet sind. "Der Aufbau ist wie ein Film", erklärte Radanovics. "Die drei Themen haben verschiedene Tempi und kommen in unterschiedlicher Reihenfolge und variierter Form jeweils dreimal vor." Beim Preisträgerkonzert wird das 14 Minuten lange Opus von der international bekannten und mehrfach ausgezeichneten Harfinistin Monika Stadler vorgetragen.

Bei der Harfe setzte sich unter mehr als 20 Bewerbern Ladislav Papp aus Bratislava (Preßburg) durch, der Slowake erhält den mit 58.000 Schilling dotierten ersten Preis. Nicola Mosca aus Italien (28.000 Schilling) und Yi-Wen Kuang aus Taiwan (24.000 Schilling) konnten ebenfalls die Experten überzeugen. Unter der künstlerischen Leitung von Frau Professor Adelheid Blovsky-Miller sollten die Harfinisten ein Werk aus der Barockzeit, ein virtuoses sowie ein zeitgenössisches Stück vortragen.

Die Stiftung wurde von der Witwe des 1977 verstorbenen Komponisten Franz Josef Reinl gegründet. Der 1903 in Baden bei Wien geborene Reinl war vor allem in der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutender Unterhaltungskünstler zwischen U- und E-Musik. Vom ihm stammen der Evergreen "Komm' ins Kino" (1929) und die Operette "Sohn des Mikado". 1943 heiratete er Hilde Ertl, deren Sohn Hermann Ertl als Harfenist internationales Ansehen genoß. Aus dem Nachlaß der im Dezember 1991 verstorbenen Witwe wird jährlich ein Wettbewerb in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Konservatorien finanziert.

Kritik übte Dr. Grossmann an dem Umstand, daß die gemeinnützige Stiftung - im Gegensatz zur Situation in Deutschland - in Österreich steuerpflichtig ist. Das sei "ein Widerspruch", betonte der Stiftungsvorstand. Die Vorbereitungen für den sechsten Wettbewerb beginnen unmittelbar nach dem Preisträgerkonzert.

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Dr. Ernst Grossmann
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