Vorausmeldung zu NEWS 22/28.5.98

* Gratzer: bei Heimkehr droht ihm die U-Haft

* Auch Ex-LiF-Chef Dautzenberg verlor Geld bei Rosenstingl -
Deal ebenfalls von Gratzer eingefädelt

* Ex-FP-Chef Steeger vertritt Klagen gegen FPÖ Niederösterreich

Wien (OTS) - Wie NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, sind die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den früheren FPÖ-Landtagsobmann Bernhard Gratzer massiver als bisher angenommen. Die Staatsanwaltschaft hat nicht nur die Aufhebung der Immunität Gratzers beantragt. Dem derzeit angeblich auf Mauritius befindlichen Gratzer droht bei seiner Heimkehr die U-Haft wegen Verdunkelungsgefahr.

Die Staatsanwaltschaft stützt sich dabei nicht nur auf die von seinem Ex-Parteifreund Peter Rosenstingl in seinem Brief aus Brasilien erhobenen Vorwürfe (Gratzer hätte 10 % Provision bezogen), sondern der Wirtschaftspolizei ist es auch gelungen, den Provisionsfluß an Gratzer anhand von Dokumenten nachzuweisen. Gratzer hätte demnach persönlich 600.000 Schilling bezogen. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft Wien hat Gratzer damit das Verbrechenn der Untreue begangen.

NEWS enthüllt in seiner jüngsten Ausgabe auch ein besonders pikantes Detail von Rosenstingls Geschäftstreiben. Auch der ehemalige Chef des Liberalen Forums Niederösterreich, Gerold Dautzenberg, legte bei Rosenstingl Geld an - und finanzierte damit unwissentlich den Landtagswahlkampf des politischen Konkurrenten. Dautzenberg selbst bestätigt gegenüber NEWS: "Im Sommer des vergangenen Jahres war ich überliquid und wollte einen gewissen Geldbetrag günstig veranlagen." FPÖ-Klubchef Bernahrd Gratzer hätte ihn persönlich dazu überredet, "das Geld in die bekannt seriöse Wirtschaftstreuhandkanzlei Rosenstingl's, in die Omikron, zu tragen." Dautzenberg veranlagte "mindestens" 5 Millionen Schilling bei Rosenstingl. Seither ist das Geld weg. Nun kristallisiert sich heraus, daß die Dautenzberg-Millionen direkt an den FPÖ-Landtagsklub gegangen sein dürften, um dort einen Teil des 16-Millionen-Lochs, das durch Gratzers Veranlagung von Klubgeldern entstanden war, zu stopfen. Dautzenberg gegenüber NEWS: "Das nehme ich nicht ohne weiteres hin." Er wird die FPÖ Niederösterreich auf Rückzahlung der von Gratzer eingefädelten "Veranlagung" klagen. Sein Anwalt in dieser Causa ist der ehemalige FPÖ-Klubobmann Norbert Steeger.

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