Der verschwiegene Krieg

Wien (OTS) - Auch in dieser Woche liefert das internationale christliche Hilfswerk WORLD VISION Tonnen von Hilfsgütern in die Region von Bahr El Ghazal im Süden des Sudan. Seit Monaten findet dort, von der Welt kaum bemerkt oder hingenommen, eine der großen Tragödien in der Geschichte Afrikas statt. 500.000 Menschen sind in dieser Region unmittelbar vom Hungertod bedroht. Da die moslemische Regierung zwischen Anfang Februar und Ende April sämtliche von der UNO organisierten Hilfsflüge untersagt hatte, ist die Überlebenschance großer Teile der Bevölkerung drastisch gesunken. Die, von der UNO angeführte OLS (Organization Lifeline Sudan) ein Zusammenschluß aller im Sudan tätigen Hilfsorganisationen ist vorallem bemüht die Verteilung und den Anbau von Saatgut in den zerstörten Regionen so rasch als möglich jetzt unmittelbar vor der beginnenden Regenzeit zu organisieren. Sollte dies nicht gelingen wäre die verhungernde Bevölkerung weitere 12 Monate von internationalen Hilfslieferungen abhängig, und somit weiterhin Spielball der inhumanen Politik. Der seit 15 Jahren andauernde Bürgerkrieg in einem der größten Länder Afrikas hat die Leiden der Menschen Jahr für Jahr verschlimmert. Immer wiederkehrende Gespräche über eine Autonomie für den Süden haben bisher keinerlei Verbesserung für die Situation der Bevölkerung gebracht. Eine sofortige Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft wurde bisher weder vehement initiiert noch geleistet, und auch von den westlichen Medien wird diese Katastrophe bisher kaum erwähnt.

Waffen für den Kosovo

Die ansteigende Einfuhr von Waffen in den Kosovo verschärft die Lage in dem Krisengebiet täglich. Die UCK, die im Jahr 1993 von albanischen Ex-Politgefangenen und Aktivisten gegründet wurde hat stetigen Zuwachs aus der Bevölkerung, die den friedlichen Nicht –Kooperationskurs ihres Anführers Ibrahim Rugova für gescheitert hält. Finanzielle Unterstützung kommt vorallem aus den Emigrantenkreisen in den USA und Westeuropa. Bis vor kurzer Zeit wurde die UCK in westlichen Kreisen als schlecht organisierte Gruppe von Masken tragenden Albanern betrachtet. Heute ist sie eine relativ gut ausgestattete Kampftruppe angeführt von mit Offizieren aus der ehemaligen jugoslawischen Armee. Die UCK sucht statt der offenen Konfrontation den Guerillakrieg. Den Ausgleich gegenüber der besser gerüsteten serbischen Armee will man mit Abwehrwaffen finden. In letzter Zeit wurden vorallem Panzerabwehr- und Luftabwehrwaffen gekauft. Unter diesen immer angespannter werdenden Bedingungen wird die Arbeit für alle Hilfsorganisationen, wie auch WORLD VISION immer schwieriger. Das WORLD VISION Zentrum in Pristina betreut ein eingeschränktes Hilfsprogramm für die vielen Vetriebenen aus der Region Drenica. Vorallem mit Lebensmitteln und Medikamenten soll die größte Not gelindert werden. Seitdem im April die Visabedingungen von der Regierung in Belgrad wesentlich erschwert wurden ist es den Hilfsmannschaften kaum mehr möglich im Kosovo größere Projekte durchzuführen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Tina Krones-Taurer
Michaela Gudenus
Tel.: (01) 717 96-0

World Vision

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS