Österreich gegen Wiederaufnahme des Walfangs in der Antarktis

Kommerzielles Walfangverbot bleibt trotz Widerstands aufrecht

Wien/Maskat (OTS) - Österreich hat sich bei der am Mittwoch in Maskat (Oman) zu Ende gegangenen 50. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) gegen die Wiederaufnahme
des Walfangs in der Antarktis ausgesprochen. 1994 ist für die Meereszonen rund um die Antarktis ein Schutzgebiet eingerichtet worden. Anerkannt wird dieses aber nicht von allen Nationen: Japan beispielsweise hat 1997/98 dort 438 Zwergwale aus vorgeblich wissenschaftlichen Gründen getötet.

Das seit 1986 bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs
konnte in Maskat trotz des Widerstands der Walfangbefürwortern ebenso aufrechterhalten werden wie die antarktische Schutzzone, berichtet die österreichische Delegationsleiterin Andrea Nouak vom Umweltministerium. Neue Walfangquoten seien nicht beschlossen worden, der Druck auf die Walfangnationen bleibe weiter aufrecht, faßt Nouak die Ergebnisse der Tagung zusammen.

Japan hat in Maskat versucht, die Tötung von Zwergwalen in seinen Küstengewässern durchzusetzen. Dieser Vorstoß wurde von der Kommission allerdings nicht akzeptiert. In diesen Gebieten werden jährlich ohnehin 100 Zwergwale aus sogenannten wissenschaftlichen Motiven getötet. Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag Irlands,
zwar ein weltweites Walschutzgebiet festzulegen, den Küstenwalfang zur lokalen Nutzung aber zuzulassen.

Unterstützt wurde von Österreich auch eine Resolution, die sich für eine Verringerung der Beluga- und Weißwaltötungen in den arktischen Gewässern aussprach. Österreich hat aber gleichzeitig den Vorbehalt deponiert, die Tötung dieser Tiere generell nicht akzeptieren zu können.

Überdies hat sich Österreich für einen Wiederbeitritt Kanadas zum IWC, für die Errichtung eines eigenen freiwilligen
Umweltfonds, für die Einrechnung von unabsichtlichen Waltötungen in die allfälligen Fangquoten und gegen den von Norwegen betriebenen Walfang ausgesprochen. Norwegen, das einen Vorbehalt gegen das allgemeine Moratorium des kommerziellen Walfangs angemeldet hat, tötet im Nordatlantik mehr Zwergwale aus kommerziellen Gründen als je zuvor: 1997/98 sind es 503 Exemplare, 1998/99 sollen es 671 sein.

Die österreichische Delegationsleiterin berichtete auch von einem Eklat, der sich im Laufe der Tagung ereignet hat. Die sieben teilnehmenden karibischen Staaten wurden von zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen beschuldigt, sich bei ihren
Entscheidungen von Japan unter Druck setzen zu lassen. Die NGO-Vertreter hätten die Koppelung von japanischen Entwicklungshilfegeldern an die Kooperationsbereitschaft der karibischen Staaten kritisiert. Von diesen wurden die Anschuldigungen zurückgewiesen. Der Karibikstaat St. Vincent war übrigens für die illegale Tötung eines Muttertiers und eines Walkalbs verantwortlich, wollte aber in Maskat darüber keine Angaben machen.

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