OeNB - Ergebnisse Consumer Confidence Barometer März 1998

Wien (OTS) - In den Märzergebnissen der im Auftrag der OeNB
vom IFES+FESSEL Gfk Institutes durchgeführten "Consumer
Confidence Barometer" - Umfrage kommt eine deutlich verbesserte Stimmung der österreichischen Konsumenten zum Ausdruck. Der wichtigste Parameter der Umfrage - die allgemeine Einschätzung
der Wirtschaftslage in den kommenden 12 Monaten - verzeichnete
im März 1998 erstmals seit 2 Jahren wieder einen leicht
positiven Befragungssaldo von +5 nach -22 vor einem Jahr. Diese günstigen Konjunkturerwartungen stehen im Einklang mit den Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute und der Konjunkturvorschau der Oesterreichischen Nationalbank, die für Österreich im Jahr 1999 ein reales BIP-Wachstum von 3 %
erwarten.

Bei Arbeitslosigkeit und Preisentwicklung erwartet die
Mehrheit der Konsumenten für die nächsten 12 Monate einen steigenden Trend. Dies läßt sich bei den Preisen vermutlich
damit erklären, daß - trotz insgesamt niedrigem Preisauftrieb (Inflationsrate März 1998: +1,0 %) - in manchen für die
Haushalte wichtigen Bereichen eine höhere Inflationsrate zu verzeichnen ist. So stiegen im März 1998 die Preise für
Ernährung und Getränke sowie für Errichtung, Miete, Instandhaltung von Wohnungen um jeweils 2,7 %.

Das inländische Konsumklima ist durch eine leicht optimistischere Stimmungslage gekennzeichnet. Fast 2/3 der
Haushalte planen, genausoviel bzw. mehr auszugeben als in den vergangenen 12 Monaten (März 1997: 58 %). Bei größeren Anschaffungen (z.B.: Möbel, Autos, Wohnungen usw.), sind die Haushalte jedoch deutlich zurückhaltender als im Vorjahr. So
halten im März 1998 nur knapp mehr als 1/3 der befragten
Personen (März 1997: 40 %) den Zeitpunkt günstig für größere Anschaffungen.

Die Mehrheit der befragten Haushalte ist mit der
finanziellen Ausstattung zufriedener als vor einem Jahr. Der
Anteil an Haushalten, die für die nächsten 12 Monate eine gleichbleibende bzw. verbesserte finanzielle Lage erwarten,
liegt im März 1998 bei 75 % nach 68 % im März 1997. Der
Hauptgrund für die bessere Beurteilung der finanziellen
Ausstattung durch die Haushalte dürfte vor allem darin liegen,
daß erstmals seit einigen Jahren die Realeinkommen wieder
zunehmen. Dieser Einkommenspielraum wird von den Haushalten
auch zu einer stärkeren Dotierung der Ersparnisse genützt.

51 % halten es (nach 45 % im März 1997) nun auf alle Fälle
für ratsam zu sparen und 44 % (nach 39 %) sehen in den
kommenden 12 Monaten verstärkt die Möglichkeit zu sparen.

Diese steigende Tendenz der Sparmöglichkeiten kommt auch im aktuellen Anlegerverhalten zum Ausdruck: So haben die
Österreicher in den ersten zwei Monaten 1998 ausländische Wertpapiere im Wert von rund 41 Mrd S erworben; im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 21 Mrd S.
Außerdem wurde in den ersten drei Monaten 1998 mit rund
54 Mrd S (1. Quartal 1997: 41 Mrd S) vermehrt in Investmentzertifikate veranlagt. Bemerkenswert erscheint
weiters, daß gleichzeitig die Verschuldungsbereitschaft der
private Haushalte deutlich rückläufig ist: So verminderten sich die Direktkredite an private Haushalte in den Monaten Jänner
bis Februar 1998 um 9,7 Mrd S oder 1,5 %.

Rückfragen & Kontakt:

Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des Direktoriums/
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.Nr.: (+1) 404 20 DW 6666
Internet: http://www.oenb.co.at

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ONB/OTS