GSV kritisiert "verfehlte Verkehrspolitik"

Optimiertes Verkehrsnetz Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit - Leistungsfähige Straßenverbindungen nach Tschechien und in die Slowakei fehlen

Wien (OTS) - Schon heute die verkehrspolitischen Weichen vorausschauend zu stellen, sei für den zentraleuropäischen Raum und damit auch für Österreich eine wesentliche Voraussetzung, um zu Nutzern der Chancen künftiger europäischer Entwicklungen - vor allem der Osterweiterung der EU - zu werden. Das erklärte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV), OMV-Generaldirektor Richard Schenz, im Rahmen des Verkehrskongresses 1998 in Wien.

Schenz hob hervor, daß mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in Europa eine neue Qualität - aber auch eine neue Quantität - der Mobilität entstehe, die eine neue und visionäre, gleichzeitig auch intelligente, bürgernahe und kostengünstige Verkehrspolitik erfordere. Ein optimiertes Verkehrsnetz sei Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit und für das Erschließen neuer Märkte, betonte der Vizepräsident und Vorsitzende des Vorstandes der GSV, Helmut Oismüller: "Die berechtigten Mobilitätsbedürfnisse im Personen- und im Güterverkehr können nur durch das systemgerechte Zusammenwirken aller Verkehrsträger erfüllt werden. Dem steht in Österreich die einseitige Bevorzugung des Verkehrsträgers Schiene diametral entgegen."

Die GSV fordere eine Korrektur dieser "verfehlten Verkehrspolitik": Von den jährlichen Investitionsmitteln in der Höhe von 12 Mrd. S solle die Schiene unbestritten den größten Anteil, aber nicht alles erhalten. Dem tatsächlichen Bedarf entsprechend wären 9 Mrd. S für die Schiene, 2,5 Mrd. S für die Straße und 0,5 Mrd. S für den Wasserweg (Donauausbau) vorzusehen. Damit Ostösterreich den sich bietenden wirtschaftspolitischen Vorteil aus seiner Zugehörigkeit zum "Mitteleuropäischen Zentralraum" ziehen könne, seien Maßnahmen zum Ausbau und zur Verbesserung der hochrangigen Verkehrsinfrastruktur erforderlich, erläuterte der GSV-Vorstandsvorsitzende. Hierzu zählten unter anderem neben dem Ausbau der Bahn-Direktverbindung Neumarkt/Kallham - Braunau - Mühldorf - München (statt einer kostspieligen Neubaustrecke der Westbahn zwischen Attnang/Puchheim und Salzburg) sowie dem Bau der Süd-Ost-Spange auch vierspurige Straßenverbindungen nach Tschechien und in die Slowakei.

GSV positioniert sich neu

Anläßlich des Verkehrskongresses präsentierte sich die GSV in ihrer neuen Position. Präsident Schenz: "Die vormalige ÖGS war hauptsächlich eine Lobbyorganisation für die Straßenbauindustrie und übte eine Mittlerfunktion zwischen Bund, Ländern und Gemeinden als Auftraggeber einerseits, sowie den ausführenden Firmengruppierungen andererseits aus." Heute sehe die Gesellschaft den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten in der Förderung berechtigter Mobilitätsbedürfnisse im Personen- und im Güterverkehr: "Die GSV unterstützt sowohl die Interessen der Mobilitätsdienstleister und der Mobilitätsnutzer, als auch jene, die Grundlagen für Mobilität schaffen - durch Bau und Betrieb der Infrastruktur, Lieferung von Energie, Produktion und Vertrieb von Fahrzeugen sowie durch Bereitstellung finanzieller Mittel".

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