SPIELWELTEN DER KUNST. KUNSTKAMMERSPIELE Bretter, Steine und Figuren des 16.-18. Jahrhunderts in fürstlichen und zeitgenössischen Sammlungen

Wien (OTS) - Kunsthistorisches Museum
Wien I, Maria-Theresien-Platz, II. Stock
21.5. bis 2.8.1998

SPIELWELTEN DER KUNST -- KUNSTKAMMERSPIELE

Kunst- und Wunderkammern, wie die Erzherzog Ferdinands II. von Tirol, aus der viele Objekte dieser Ausstellung stammen, waren Sammlungen, die als verkleinerte Abbildungen der ganzen Welt gedacht waren. Sie vereinten Natur- und Kunstschätze, Instrumente wissenschaftlicher Beobachtung und komplizierte Resultate technischer Bearbeitung. Zwischen allen Gegenständen wurden mannigfaltige Beziehungen hergestellt, etwa dann, wenn ein Naturobjekt, sei es eine Kokosnuß oder eine Seeschnecke, wegen der Schönheit oder Geometrie als Kunstwerk betrachtet und kostbar gefaßt wurde, oder aber, wenn ein Künstler mit raffinierten Methoden des Steinschliffs die Bilder und Strukturen herauspräparierte, die zum Beispiel im Inneren von Mineralien verborgen sind. Diese "Naturspiele" waren keineswegs eindeutig von den "Spielwelten der Kunst" getrennt, zu denen die mechanischen Kunststücke der Automatenbauer und Elfenbeindrechsler gehörten.

Wenn alles mit allem zusammenhängt, dann wird es schwierig, ordnende Regeln für die Objekte der Sammlung zu finden. Spiele, die selbst als Weltabbildungen galten, waren als Muster und Modell in den Kunstkammern deshalb unerläßlich, weil sie strenge Regel und unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten miteinander vereinigten.

SPIEL
"Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt" (Friedrich Schiller). Einfache Figuren, Steine und Spielpläne genügen, die Phantasie des Spielers in Bewegung zu setzen, Regeln zu finden und zu akzeptieren und mit großem Ernst sich seinem Gegner zu stellen, um ihn im "friedlichen Kampf" womöglich zu besiegen.

KUNST
Der spielende Mensch hat das Verlangen, mit der kunstvollen Form seiner Spielgeräte der Komplexität des Spiels zu antworten. Dazu bedient er sich kostbarer Materialien, aber auch der Bilder, mit denen eine lange Tradition der Weltbeobachtung in Mythen und Historien in die Spielwelten einzieht.

SAMMLER
Sammeln ist ein menschliches Grundbedürfnis. Ein bedeutender Sammler wie Erzherzog Ferdinand II. von Tirol besaß auch kostbare Spiele. Sie waren mit ihren Bildern und Zeichen bedeutungsvolle Objekte seiner mit großer Neugier und herrschaftlichem Anspruch auf die ganze Welt gerichteten Sammlung. Die Ausstellung rekonstruiert den Zusammenhang von Sammeln und Spiel in den Kunstkammern.

Spielwelten der Kunst. Kunstkammerspiele
Bretter, Steine und Figuren des 16.-18.Jahrhunderts
in fürstlichen und zeitgenössischen Sammlungen
Kunsthistorisches Museum
Wien I, Maria-Theresien-Platz, II. Stock
21.5. bis 2.8.1998

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag (Abendöffnung) 10 bis 21 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene ÖS 100,-
Ermäßigt ÖS 70,-
Wien-Karte ÖS 90,-
Schüler im Klassenverband frei
Führungskarte ÖS 30,-

Führungen:
Nur gegen telefonische Voranmeldung
Tel.: 0043/1/52524-416/517

Katalog:
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von ÖS 490,-

Pressebüro und Information:
Kunsthistorisches Museum Wien, Abt. f. Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Annita Mader, Mag. Gudrun Hatvagner
Wien 1, Burgring 5
Tel.: (+43 1) 525 24-403/404
Fax.: (+43 1) 523 27 70

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