Exklusiv: NEWS veröffentlicht Auszüge aus dem Gerichtsakt von Franz Fuchs Vorausmeldung zu NEWS Nr. 21/20.5.1998

Fuchs "geistig abnormer Rechtsbrecher". Gutachter plädiert auf Einweisung in Anstalt.

Franz Fuchs zum Mordanschlag von Oberwart: "Gott trägt die Verantwortung für die Toten". Heftige Weinkrämpfe bei Verhör.

Kein volles Geständnis "Damit ein Mythos bleibt".

Fuchs über neue Anschlagziele: Grazer Schulen, steirische Slowenen

Bruder von Franz Fuchs nach Oberwart im Polizei-Verdacht

Wien (OT)S - News veröffentlicht in seiner morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe brisante Auszüge aus dem Gerichtsakt des mutmaßlichen Briefbombers Franz Fuchs.

+ Norbert Nedopil, psychiatrischer Gutachter aus München, kommt in seiner Expertise für das Grazer Landesgericht zu dem Schluß:
"Aufgrund der beschriebenen Persönlichkeitsstörung und der immer noch vorhandenen fanatischen Überzeugung ebenso wie aufgrund der bislang noch nicht korrigierten WahnvorsteLung muß Herr Fuchs als "geistig abnormer Rechtsbrecher" im Sinne des § 21 StGB angesehen werden.

+ Franz Fuchs versucht, die Verantwortung für die Toten nach dem Bombenanschlag von Oberwart abzugeben. Im Gerichtsakt heißt es: "Ich wurde schon gefragt, wie ich das alles vor Gott verantworten wolle. Ich habe dazu gesagt, daß Gott dies selbt vertreten muß, da ja meine Absicht eine andere war."

+ Franz Fuchs gibt im Gerichtsprotokoll an: "Warum ich kein volles Geständnis ablege? Ich werde sowieso zu lebenslang verurteit, ob als Beitragstäter zu dreißig Prozent oder als Einzeltäter ist egal. Wenn alles ein bißchen im dunklen bleibt, ist alles besser für meine Sache. Es soll ein gewisser Mythos zurückbleiben"

+ Die Erhebungen ergaben, daß sich Franz Fuchs im Auftrag der BBA über den Ausländeranteil an Grazer Schulen erkundigte: "Die BBA hat das grundsätzlich wissen wollen". Gegen steirische Slowenen sollte Fuchs "auf Befehl einen Selbstmordanschlag vorbereiten".

+ Gerhard Fuchs, der jüngere Bruder des mutmaßlichen Briefbombers, von Beruf Maler, wurde 1995 angezeigt, die auf die Sprengfalle montierte Tafel mit der handbemalten Aufschrift "Roma zurück nach Indien" angefertigt zu haben. Sein Fahrzeug wurde daraufhin von der Polizei auf der Autobahn angehalten, die Überprüfung blieb ohne Folgen.

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