Vorausmeldung zu NEWS 21/20.5.98

.) Nachrichtenmagazin NEWS erhält Brief von flüchtigem Peter Rosenstingl aus Brasilien.

.) Rosenstingl legt Geständnis ab. "Ich wollte meinem Bruder helfen und einen Skandal namens Rosenstingl vermeiden!"

.) Rosenstingl läßt in seinem Brief Politbombe platzen:
"FPÖ-Landeschef Gratzer hat 10 % Provision für die Landtags-Klubkredite bekommen." =

Wien (OTS) - Der flüchtige Ex-FPÖ-Nationalrat Peter Rosenstingl meldet sich in einem in der brasilianischen Stadt Fortaleza aufgebenen Brief persönlich. Der Brief wurde Montag mittag NEWS zugespielt und wird in der morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe veröffentlicht. Der mutmaßliche Millionenbetrüger legt in dem auf 15 Seiten handbeschriebenen Schriftstück ein De-facto-Geständnis ab:

o Er hätte die fatalen wirtschaftlichen Transaktionen unternommen, um seinen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindlichen Bruder Herbert zu retten und "um einen Skandal namens Rosenstingl zu vermeiden".

o Er bechreibt im Detail die zunehmenden Liquiditätsschwierigkeiten seiner Firmen und die beginnende Umfinanzierungsgeschäfte.

o Sein endgültiger Ruin wäre im April unausweichlich geworden, da bereits ausgehandelte Beteiligungsfinanzierungen nicht mehr abzuwarten gewesen wären.

o Rosenstingl betont, er hätte "zu keinem Zeitpunkt jemandem vorsätzlich Schaden zufügen wollen", da er "bis zuletzt an das Zustandekommen der angeblich zugesagten Zwischenfinanzierungen geglaubt hatte."

Unter der Überschrift "Teil 2" läßt Rosenstingl eine politische Bombe platzen. Er behauptet, daß sein ehemaliger Parteifreund Bernhard Gratzer, bis zur vergangenen Woche Landesparteichef der Niederösterreichischen FPÖ, nicht nur, wie bisher bekannt, Parteigelder bei Rosenstingl angelegt und damit fast 12 Millionen in den Sand gesetzt hat, sondern, so die Behauptung Rosenstingls, auch persönlich mitgeschnitten hätte.

Rosenstingl wörtlich: "Es kam daher zu einer Finanzierung durch den Landtagsklub, wofür Bernhard Gratzer 10 % Provision persönlich bekommen hat." Trifft dies tatsächlich zu - Gratzer selbst hat unkorrekte Handlungen dieser Art stets bestritten - müßte Gratzer mit Ermittlungen der Justiz wegen Untreue rechnen.

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