OeNB - Die öst.Zahlungsbilanz im Jän. bis März 1998

Wien (OTS) - Im März 1998 schloß die Leistungsbilanz mit
einem Überschuß von einer halben Mrd S, während sie im März
1997 noch defizitär war. Die Verbesserung resultierte vor allem
aus den Warenzahlungen und Dienstleistungen.

Für die gesamte Periode Jänner bis März 1998 zeigte die Leistungsbilanz nach ersten Berechnungen ein um 2 Mrd S höheres Defizit als im Vorjahr, wobei die Verschlechterung zur Gänze im Jänner eingetreten ist.

Das Defizit der Warenzahlungen stagnierte im Vorjahres-vergleich, wobei die Exporterlöse und Importzahlungen um
jeweils rd. 10 % zunahmen.

Die Verbesserung der Dienstleistungen kompensierte zum Teil
die Erhöhung des Defizits der anderen Teilsalden der Leistungsbilanz, nämlich der Einkommen und laufenden Transfers.

Die Kapitalbilanz zeigte in den ersten drei Monaten 1998
einen Nettokapitalimport in Höhe von 26 Mrd S, während sie in
der Vergleichsperiode 1997 ausgeglichen war. Hiebei
entwickelten sich die einzelnen Teilsalden wie folgt:

Im Bereich der Portfolioinvestitionen waren nach wie vor
hohe Käufe inländischer langfristiger festverzinslicher Wertpapiere und Anteilspapiere durch Ausländer zu verzeichnen
und zwar in Höhe von 68 bzw. 12 Mrd S. Österreicher kauften dagegen ausländische langfristige festverzinsliche Wertpapiere
um 37 Mrd S und Anteilspapiere um 16 1/2 Mrd S.

Die Transaktionen in offiziellen Währungsreserven schlossen
in der Berichtsperiode mit einem Nettokapitalexport von
7 Mrd S, was eine Erhöhung der Währungsreserven bedeutet. In
den ersten drei Monaten des Jahres 1997 hatten die
Transaktionen zu einem Nettokapitalimport von rd. 21 Mrd S
geführt, also zu einer Verminderung der Währungsreserven.

Der unter sonstige Investitionen aufscheinende Kapital-
import, der ausschließlich auf kurzfristige Bankentransaktionen zurückzuführen ist, muß im Zusammenhang mit der Statistischen Differenz gesehen werden. Unter diesem Aspekt sind die
Sonstigen Investitionen in der Beobachtungsperiode nahezu ausgeglichen.

Wie bereits in der Presseaussendung "Die österreichische Zahlungsbilanzstatistik ab Jänner 1998 in neuer Form"
angekündigt, werden in Zukunft neben den monatlichen Zahlungsbilanzdaten, die eine verkürzte, schnelle Information bieten, auch quartalsweise Zahlungsbilanzdaten, die mehr
Information enthalten, der Öffentlichkeit zur Verfügung
gestellt. Die erste Quartalsbilanz in neuer Form wird Anfang
Juli für das 1. Quartal 1998 veröffentlicht werden. Diese Quartalsbilanz ist nicht mit der Summe der ersten drei Monate
direkt vergleichbar.

ZAHLUNGSBILANZDATEN FÜR

März Jän.-März 1997 1998 1997 1998
in Mrd S

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Leistungsbilanz ................ -2,1 0,4 -2,0 -4,1 ---------------------------------------------------------------

Warenzahlungen .............. -6,5 -4,5 -16,7 -16,5 Eingänge ................. 61,5 71,0 182,7 200,7 Ausgänge ................. 68,0 75,5 199,4 217,2 Dienstlseitungen ............ 5,5 7,3 21,3 23,4 Eingänge ................. 23,2 25,2 74,4 78,6 Ausgänge ................. 17,7 18,0 53,1 55,3 hievon: Reiseverkehr ...... 4,6 5,3 19,1 19,6 Eingänge ................. 13,1 12,9 42,6 41,8 Ausgänge ................. 8,5 7,6 23,6 22,2 Einkommen ................... 0,7 -0,7 -2,0 -3,6 Eingänge ................. 11,0 11,2 28,8 29,4 Ausgänge ................. 10,3 11,9 30,8 32,9 Laufende Übertragungen ...... -1,8 -1,7 -4,7 -7,3 Eingänge ................. 1,5 2,2 10,2 11,1 Ausgänge ................. 3,3 3,9 14,9 18,4

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Vermögensübertragungen ......... 0,3 -0,2 1,1 0,0 ---------------------------------------------------------------

Kapitalbilanz .................. 8,8 11,4 1,3 25,9 ---------------------------------------------------------------

Direktinvestitionen ......... -0,7 1,2 -2,4 0,6 Portfolioninvestitionen ..... -20,1 -5,5 -2,8 9,3 Sonstige Investitionen ...... 20,0 18,5 -14,0 23,0 Veränderung der offiziellen
Währungsreserven 1) ......... 9,6 -2,8 20,4 -6,9

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Statistische Differenz ......... -7,0 -11,6 -0,3 -21,9 ---------------------------------------------------------------

1) Zunahme: -; Abnahme: +.
Rundungen können Rechnungsdifferenzen ergeben.

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