Spitzenleistung vor der Trend-Wende

21.000 neue gbv-Wohnungen, aber Boom geht zu Ende

Wien (OTS) - Das Leistungs-Hoch im gemeinnützigen Wohnbau hat auch im abgelaufenen Jahr angehalten. Etwas mehr als 21.000 Wohnungen -die jüngste Schnellerhebung des Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen weist exakt 21.181 Einheiten aus - haben die GBV 1997 in ganz Österreich fertiggestellt und damit neuerlich ein Spitzenergebnis erzielt. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr stieg die Zahl der Übergaben um rund 7 Prozent, die Rekordmarke des Jahres 1995 (ca. 22.000 Einheiten) wurde um lediglich 3 Prozent verfehlt. Aus der Talsohle von 1990 hat die Zahl der fertiggestellten Wohnungen um mehr als 60 Prozent zugenommen, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt im Zeitraum 1988/1996 ist ein Zuwachs von 27 Prozent zu verzeichnen. Nach einem sukzessiven Astieg seit 1990 und einer nunmehr dreijährigen "Hochkonjunktur" mit Fertigstellungsraten, wie sie zuletzt im "Bauboom der Siebziger" erreicht worden waren, markiert nun aber 1997 offensichtlich das Ende der kontinuierlichen Expansion im gemeinnützigen Wohnbau.

Diese Trendwende wird auch durch das aktuelle Bauvolumen der Gemeinnützigen bestätigt: Zum Jahreswechsel 1997/1998 standen 35.100 Wohnungen in Bau. Das sind ca. 5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und ein Minus von rd. 10 Prozent gegenüber dem 1994 erreichten Maximum. Trotz dieses Rückganges liegt die Bautätigkeit derzeit noch auf hohem Niveau, um etwa 3.200 Einheiten oder 10 Prozent über dem Vergleichszeitraum 1988/1996. Der konjunkturelle Rückgang wird sich daher heuer in den Fertigstellungsraten noch eher gedämpft niederschlagen. Für 1998 ist mit ca. 19.000 Neubauwohnungen zu rechnen.

Aus den Länderergebnissen läßt sich für sieben Bundesländer eine Steigerung der Fertigstellungen erkennen, Wien und das Burgenland blieben 1997 hinter den Werten des vergangenen Jahres.

Die GBV mit Firmensitz in der Bundeshauptstadt haben bundesweit 5.757 Wohnungen komplettiert, was einem Minus von rd. 15 Prozent gegenüber 1996 entspricht. Auf Wiener Boden waren knapp 5.000 Fertigstellungen zu registrieren. Die Wiener Wohnbau-Offensive ist offensichtlich langsam im Ausrollen, das aktuelle Ergebnis liegt aber - klammert man die Hausse von 1996/97 aus - immer noch deutlich über dem langjährigen Trend. Eine ähnliche Entwicklung ist auch für das Burgenland zu konstatieren, wo 641 Einheiten - um 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor - fertiggestellt wurden.

Die höchsten Steigerungsraten im Neubau waren in Vorarlberg zu verzeichnen, 591 Einheiten bedeuten ein Plus von 76 Prozent. Mit Zuwächsen um ca. ein Drittel haben Oberösterreich (4.134 Wohnungen), die Steiermark (2.614 Wohnungen) sowie Kärnten (1.527 Wohnungen) kräftig zum guten Jahresergebnis der GBV beigetragen. Die Tiroler Gemeinnützigen brachten es auf 1.129 Fertigstellungen, das ist ein Zuwachs um 7 Prozent, Niederösterreich mit 3.154 sowie Salzburg mit 1.634 neuen Wohnungen blieben auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

Bei den in Bau befindlichen Wohnungen kann Tirol im Jahresabstand eine Zunahme um 16 Prozent auf 1.930 Einheiten registrieren. Gleichbleibende Tendenz ist in Niederösterreich und Oberösterreich mit 4.726 resp. 6.780 Wohnungen zu verzeichnen. 11.000 Wohnungen in Arbeit bedeuten für die Wiener GBV ein Minus von 4 Prozent, die Steiermark hat einen Rückgang um 7 Prozent, Kärnten um 12 Prozent sowie Salzburg und das Burgenland um jeweils 18 Prozent zu verzeichnen, Vorarlberg schließt die Rangliste mit einem Rückgang um 40 Prozent zum vorangegangenen Jahr.

Wohnbau sichert 50.000 Arbeitsplätze

Der Wohnbau hat in den letzten Jahren innerhalb der Bausparten und damit auch als Wirtschafts- und Beschäftigungsffaktor beachtlich an Bedeutung gewonnen. Von der gesamten in Österreich erbrachten Wohnbauleistung entfällt auf die GBV etwa ein Drittel, im städtischen Geschoßbau klettert ihr Anteil auf deutlich mehr als die Hälfte. Parallel zur Ausweitung des Bauvolumens haben auch die wirtschaftlichen Impulse durch die gemeinnützige Bautätigkeit zugenommen. Stand 1994 im Neubau ein Produktionswert von rund 20 Milliarden Schilling zu Buche, waren es zwei Jahre später bereits mehr als 30 Milliarden Schilling und 1997 wurde diese Marke nochmals um etwa 3,5 Milliarden Schilling übertroffen.

Der Wohnbau zählt laut WIFO im Produktionsbereich zu den beschäftigungsintensivsten Sektoren. Aus dem Neubau der GBV erwächst derzeit ein Volumen von etwa 45.000 Arbeitsplätzen im Bauhaupt- und Nebengewerbe. Dazu kommen noch Investitionen von jährlich 3 bis 4 Milliarden Schilling für Instandhaltung und Verbesserung, so daß derzeit durch den gemeinnützigen Wohnbau insgesamt ca. 50.000 Arbeitsplätze gesichert werden.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Verband gemeinnütziger
Bauvereinigungen, Pressestelle/Dr. Alfred Früh
Tel.: 01/505 58 24/26 DW

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS