LINZER TEPPICHE Maschinell Gefertigtes des Biedermeier

Pressepreview:18. Juni 1998, 17.00 Uhr
Ort:MAK-Expositur Geymüllerschlössel
Khevenhüllerstraße 2, A-1180 Wien
Ausstellungsdauer:19. Juni - 29. November 1998
Öffnungszeiten:Do - So 10.00 - 17.00 Uhr
Mo - Mi geschlossen

Die Ausstellung LINZER TEPPICHE - Maschinell Gefertigtes des Biedermeier zeigt vom 19. Juni bis 29. November 1998 in der MAK-Expositur Geymüllerschlössel Beispiele frühen industriellen textilen Designs. Das originalgetreue Biedermeierambiente des Geymüllerschlössels eignet sich optimal zur Präsentation der nur noch in geringer Anzahl erhaltenen Teppiche aus der einst umfangreichen Produktion der Linzer Wollenzeug Fabrik.

Der Bodenteppich wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem selbstverständlichen Teil der bürgerlichen Wohnkultur. Diesem wachsenden Interesse trug in Österreich vor allem die hierzulande größte wollverarbeitende Textilfabrik, die "kaiserlich königliche Linzer Wollenzeugmanufaktur" Rechnung. In der Zeit von 1795 bis 1850 erzeugte die Linzer Manufaktur neben Wollstoffen die als Linzer Teppiche bekannten Bodenteppiche sowie bedruckte wollene Tischteppiche. Die Bodenteppiche wurden in Bahnen gewebt und je nach Bedarf zugeschnitten und zusammengenäht. Die Borten wurden separat gewebt und konnten in verschiedensten Variationen mit den Teppichfeldern kombiniert werden.

Das Teppichfeldmuster konnte aber auch wie ein Spannteppich den gesamten Boden bedecken. Der Teppichdekor entsprach zuerst der Dekorationsstruktur von Decken- oder Wandaufteilungen und später den aktuellen Stoff- und Tapetenmustern. Intensive Farben und starke Kontraste wie blau und lila oder rot und grün entsprachen den Charakteristika des biedermeierlichen Interieurs.

Beliebtes Dekorstück waren zu dieser Zeit auch Tischteppiche. Diese wurden im Gegensatz zu den Bodenteppichen bedruckt. Gängige Muster waren Blumenmotive und vegetabile Ornamente. Gleich den Bodenteppichen wurden auch sie in der Linzer Wollenzeug Fabrik in großer Stückzahl hergestellt.

Organisatorisch und betriebswirtschaftlich war die Linzer Manufaktur ein Relikt vergangener Zeiten. Sie wurde als "k.k. Wollenzeug-Fabrik" 1672 in Linz gegründet und 1754 verstaatlicht. Ab 1795 produzierte sie auf Initiative ihres damaligen Direktors Konrad Sörgel von Sorgenthal, der auch Direktor der Wiener Porzellanmanufaktur war, die Linzer Teppiche und die genannten Tischteppiche. 1807 wurde Jakob Feßl Leiter der Teppichwerkstatt. In seiner Amtszeit wurde bereits 1822/23 - allerdings nur für kurze Zeit - mit Jacquardwebstühlen gearbeitet. 1850 wurde die Fabrik endgültig geschlossen, das Gebäude an der Donau wurde 1979 abgerissen.

Gemessen an der regen Produktion der Linzer Wollenzeug Fabrik haben sich nur wenige Teppiche erhalten. Gründe dafür liegen vielleicht in der leichten Abnützbarkeit der Teppiche oder im Wandel des Geschmacks, der die Teppiche aus den Zimmereinrichtungen verschwinden ließ. Die im MAK heute aufbewahrten 20 Teppiche und über 200 Muster aus dem Fabriksproduktenkabinett Kaiser Franz I. und seines Sohnes Ferdinand I. stellen somit die wichtigsten noch erhaltenen Dokumente der Produktion der Linzer Wollenzeug Fabrik dar. In der Ausstellung werden 10 Teppiche und ebenso viele Warenmuster sowie Beispiele der bedruckten Tischteppiche zusammen mit Interieurdarstellungen des Biedermeier zu sehen sein, die einen authentischen Eindruck ihrer Verwendung vermitteln.

Projektdaten

LINZER TEPPICHE
Maschinell Gefertigtes des Biedermeier

Pressepreview18. Juni 1998, 17.00 Uhr
Eröffnung18. Juni 1997, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer19. Juni - 29. November 1998
OrtMAK-Expositur Geymüllerschlössel
Khevenhüllerstraße 2, A-1180 Wien,

Tel. 479 31 39
(Endstation der Straßenbahnlinie 41

und eine Station mit der Buslinie 41A) ÖffnungszeitenDo - So 10.00 - 17.00 Uhr, Mo - Mi

geschlossen

KuratorAngela Völker

FührungenSamstag, 20. Juni, 15.00 Uhr, Biedermeier-

und Empireuhren
Sonntag, 21., 28. Juni, 15.00 Uhr
Sonntag, 5., 12., 19., 26. Juli, 15.00 Uhr
Samstag, 18. Juli, 15.00 Uhr, Biedermeier-

und Empireuhren
Sonntag, 2., 9., 16., 23., 30. August, 15.00

Uhr
Samstag, 15. August, 15.00 Uhr, Biedermeier-

und Empireuhren
Sonntag, 6., 13., 20., 27. September, 15.00 Uhr
Samstag, 19. September, 15.00 Uhr,
Biedermeier- und Empireuhren
Sonntag, 4., 11., 18., 25. Oktober, 15.00 Uhr
Samstag, 17. Oktober, 15.00 Uhr,

Biedermeier/Empireuhren
Montag, 26. Oktober, auf Anfrage
Sonntag, 1., 8., 15., 22., 29. November,
15.00 Uhr
Samstag, 21. November, 15.00 Uhr,

Biedermeier/Empireuhren

Feiertage15. August Maria Himmelfahrt 10.00-18.00 Uhr
26. Oktober Nationalfeiertag 10.00-18.00 Uhr
1.November Allerheiligen geschlossen
2.November Allerseelen geschlossen

EintrittöS 30.-/ öS 15.- ermäßigter Eintritt für
Schüler, Studenten,
Senioren ab 60, Soldaten, Zivildiener,
Gruppen ab 10 Personen
Freier Eintritt für Kinder bis zum 10.

Lebensjahr,
Mitglieder MAK ART SOCIETY (MARS), Studenten

der Hochschule für angewandte Kunst, Museumspaß, Arbeitslose, österreichische Schulklassen
Freier Eintritt26. Oktober Nationalfeiertag
4. November Eröffnung MAK, 1871

Rückfragen & Kontakt:

Dorothea Apovnik
Tel. +43-1-71136-233
Fax +43-1711 36-227
e-mail: presse@mak.at

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