Zahnkronen: SPEZIALSOZIAL

Wien (OTS) - Erstmalig in der Geschichte der Sozialversicherungen wird eine Kassenleistung mit einem Selbstbehalt von 100 % angeboten. Für den Präsidenten des Hauptverbandes, Hans Sallmutter ist das eine Serviceleistung für maximal fünf Prozent der Bevölkerung, die ein Kassenambulatorium aufsuchen.

"Man kann doch seine Stammkunden nicht wegschicken, wenn sie eine Krone brauchen", so Sallmutter. ****

Beinahe eine Frechheit, wenn man bedenkt, daß eine gleichwertige Krone im Kassenvertrag enthalten ist, die alle Bürger in Anspruch nehmen können. Der Preis dieser Krone beträgt allerdings nicht 5.500,-- sondern durch den Selbstbehalt von 50 % statt 5.920,-- nur 2.960,-- Schilling.

Gegen eine Ausdehnung dieser Kassenleistung auf alle medizinischen Indikationen wehrt sich die Krankenkasse aber mit Händen und Füßen. Ihr ist es lieber, wenn ihre "Stammkunden" Schlange stehen und sich die bange Frage stellen, wie viele "Privilegierte" durch die Hintertür der Kassenambulatorien in den Genuß der in Wahrheit für diese erfundenen "kostendeckenden Kronen" kommen.

Krankenkassen zahlen keine Steuern und bekommen darüber hinaus jedes Defizit über den Steuerzahler ersetzt. Die Einrichtung ihrer Ambulatorien, ihrer Zahntechnik sowie die Gehälter der Angestellten werden durch die Beiträge ihrer Zwangsmitglieder bezahlt, die auch für die Spitzengehälter der Chefärzte und Funktionäre der Gebietskrankenkassen aufkommen müssen.

Unter denselben Bedingungen wäre jeder Zahnarzt glücklich und zufrieden, seinen Patienten eine Krone um 5.500,-- Schilling anbieten zu können.

Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse hat durch einen Wirtschaftsprüfer aus Linz die Kalkulation ihrer 5.500,-- Schillingkrone durchleuchten lassen. Dabei kam heraus, daß in diesem Preis ein Gewinn von sage und schreibe achtundzwanzig Schilling enthalten ist.

Die durchschnittliche Einrichtung einer Ordination kostet dem Zahnarzt 4 bis 5 Millionen Schilling. Unterschiedlich zum Zahnarzt bekommt die Kasse das Geld für Ihre Einrichtungen von ihren Zwangsversicherten. Der Zahnarzt muß dafür selbst aufkommen und die dafür nötigen Kredite mit allen Risiken eines freien Unternehmens über Jahre hinweg selbst abzahlen.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesfachgruppe für Zahn-, Mund- und Kiefer-
heilkunde, OMR Dr. Günther Knogler,
Tel.: 01/402 67 64

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