Greenpeace: Keine Aktivierung der Brennstäbe in Mochovce!

Nach schwerwiegenden Sicherheitsbedenken durch internationale unabhängige Experten fordert Greenpeace sofortige Absage der Aktivierung der Brennstäbe im AKW Mochovce

Wien/Bratislava. Anläßlich der heute präsentierten schwerwiegenden Sicherheitsbedenken der internationalen, unabhängigen Expertenkommission forderte Greenpeace den slowakischen Premier Vladimir Meciar und SE (Slovenske Elektrarne) auf, die Aktivierung der Brennstäbe im AKW Mochovce abzusagen und einen sofortigen Baustopp bei Mochovce zu verfügen. Darüber hinaus forderte Greenpeace die slowakische Atombehörde UJD auf, einzuschreiten. "Es wäre vorsätzliche Gemeingefährdung, sollten die slowakischen Mochovce-Betreiber die Warnungen der internationalen, unabhängigen Experten in den Wind schlagen. Mehrfach hatte die slowakische Regierung erklärt, daß sie Mochovce nicht mit Sicherheitsmängeln in Betrieb nehmen will und Mochovce internationalen Standards entspricht. Das Expertenteam hat jetzt den Beweis erbracht, daß eine Inbetriebnahme nach internationalen Maßstäben vollkommen verantwortungslos wäre. Sollte Meciar jetzt versuchen, die Vorwürfe der Experten abzustreiten, dann macht er sich und SE vor der gesamten Fachwelt lächerlich", sagte Greenpeace-Sprecher Alexander Egit.

Wie heute bekannt wurde, konnten Bedenken der internationalen Expertenkommission gegen eine gravierende Schwachstelle des Reaktordruckbehälters von den slowakischen Mochovce-Betreibern nicht ausgeräumt werden. Die Experten forderten SE auf, die für 20. Mai 1998 geplante Aktivierung der Brennstäbe zu verschieben, die zu einer nicht rückgängig zu machenden radioaktiven Verstrahlung des Mochovce-Reaktors führen würde.

Schwere Vorwürfe erhob Greenpeace gegen die Angriffe von SE auf das internationale Expertenteam. Alle Vorwürfe konnten durch die heutige klare Stellungnahme der Experten entkräftet werden. Sie konnten beweisen, daß SE mehrfach das Memorandum of Understanding gebrochen hat, das die vertragliche Grundlage der Sicherheitsüberprüfung des AKW Mochovce war. Für Greenpeace-Sprecherin Lubica Trubiniova ist dies ein leicht zu durchschauendes Manöver: "Die Expertenkommission, allen voran Dr. Norbert Meyer, war den entscheidenden Hinweisen zur Unsicherheit des AKW Mochovce auf der Spur. SE mußte sie daher behindern und versuchen, sie für die Pro-Mochovce-Propaganda zu mißbrauchen. Das ist jetzt durch die klare Stellungnahme der Expertenkommission endgültig aufgeklärt."

Weitere Informationen: Mag. Alexander Egit, Greenpeace Österreich, 0664-32 63 555 DI Gertrud Körbler, Greenpeace Österreich, 0664-240 70 76

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