Gewerbeverein: Staat behindert Behinderte!

Wien (OTS) - Ist es Naivität oder Böswilligkeit? Der Leiter des Berufsfindungszentrums und jener der Arbeitsmarktverwaltung Wien beklagen die immer schwieriger werdende Integration Behinderter in die Arbeitswelt.

Die Meldung darüber in der APA (142) enthält kein einziges Mal das Wort Behinderteneinstellungsgesetz. Diese äußerst restriktive Norm pragmatisiert Behinderte in Unternehmungen und belohnt jene Unternehmer fast gar nicht, die Behinderte einstellen. Wobei richtige Unternehmer diese lächerliche Reduktion der Ausgleichstaxe wirklich nicht notwendig haben.

Wenn sich die beiden o.a. Leiter so sehr über die mangelnde Einstellungsbereitschaft Behinderter wundern, sollten sie einmal das Behinderteneinstellungsgesetz gelesen haben. Glücklicherweise wird ja die Handhabung des Kündigungsschutzes Behinderter zumeist von verantwortungsvollen Beamten und Richtern entschieden, deren Spruchpraxis sich zwischenzeitlich der Realität angepaßt hat.

Der Österreichische Gewerbeverein hält es als eine als glatte Verschwendung von Geldern der - von Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgebrachten - Gelder für Kurse für Behinderte. Abgesehen, daß man diesen - vom Schicksal schon so schwer getroffenen Mitbürgern durch den Kursbesuch das subjektive Gefühl vermittelt, sie würden nun eine Beschäftigung erhalten (was dann nicht eintrifft), wird sich jeder Arbeitgeber hüten, Behinderte einzustellen, solange das Gesetz derart restriktiv ist.

Und im übrigen: Nachdem auch öffentlich-rechtliche Körperschaften - wenngleich gebremst - immer noch Mitarbeiter einstellen: Wann wird in diesem Bereich die im Gesetz vorgesehene Pflichtzahl an Behinderteneinstellungen erreicht sein?

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