HÖGER: ÖGB-NÖ KONTAKTBÜRO IN BRÜNN VERTIEFT ZUSAMMENARBEIT

Höger und Staudinger richten im Herbst Kontaktbüro in Südmähren ein

Wien (ÖGB-NÖ) Die EU-Osterweiterung ist untrennbar mit einer Angleichung der sozialen, einkommensmäßigen, arbeitsrechtlichen und umweltrelevanten Standards verbunden. Ohne entsprechende Vorarbeiten würde diese, aus friedens- und wirtschaftspolitischer Sicht für die Zukunft Europas unverzichtbare Erweiterung, aber zu genau jenen negativen Auswirkungen führen, die viele Arbeitnehmer zu Recht befürchten. Der ÖGB-NÖ wird daher seine jahrzehntelange Erfahrung im Kampf um die Rechte der arbeitenden Menschen zur Verfügung stellen und gemeinsam mit der AK mit der Einrichtung eines Kontaktbüros in Brünn im Herbst 1998 im Interesse der Arbeitnehmer die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vertiefen und so einen wertvollen Beitrag zur Angleichung der Standards leisten, erklärte Freitag der Landesvorsitzende des ÖBG-NÖ Landeshauptmannstellvertreter Ernst Höger. "So wie die Wirtschaftskammer und die Banken die Interessen des Kapitals über die Grenzen tragen, werden wir gemeinsam mit AK- Präsident Staudinger die Weichen für die arbeitenden Menschen stellen, damit nicht die Benachteiligung der Einen zum Druck und zur
Verschärfung am Arbeitsmarkt für die Anderen wird", betonte Höger.

Unmittelbar nach der Öffnung des eisernen Vorhangs entstanden gewerkschaftliche Kontakte mit Südmähren, im Rahmen derer der ÖGB-NÖ seine Erfahrung und sein Wissen in Arbeitskreisen und Seminaren an die Arbeitnehmervertreter und Betriebsräte im endlich freien Osten weitergegeben hat. "Die zunehmend erstarkende Zusammenarbeit hat mit der ersten großen gemeinsamen Konferenz dieser ARGE Südmähren - NÖ am 9. September des Vorjahres in St. Pölten bereits ihre Bedeutung unterstrichen, die im heurigen
Herbst mit der Einrichtung des Kontaktbüros noch verstärkt wird", hob der Landesvorsitzende des ÖGB-NÖ hervor. Die Idee eines vereinten Europas wird nur dann Erfolg haben können, wenn die Rechte der arbeitenden Menschen grenzüberschreitende Gültigkeit haben und der internationalen Organisation des Kapitals auch eine internationale, starke Arbeitnehmerinteressensvertretung gegenübersteht. Gerade im Osten, wo die Menschen gerade zu begreifen beginnen, daß die Mehrung des Kapitals nicht alles ist und mit reinen Marktmechanismen weder der Wohlstand gemehrt, noch soziale Sicherheit geschaffen wird, hat diese besondere
Bedeutung. Österreich verfügt nicht nur über ein beispielgebendes Sozialsystem, sondern ist Dank der engen Zusammenarbeit der Gewerkschaften und der AK auch Vorreiter in arbeitsrechtlichen Fragen. Diese Erfahrungen gilt es weiterzugeben, gleichzeitig aber auch von den Entwicklungen und der Geschichte des Arbeitsmarktes
im Osten zu lernen", so Höger.

Europa hat nur dann eine Zukunftschance, wenn die EU zu einer Sozial- und Beschäftigunsunion wird. Die Idee eines
vereinten Europas und gemeinsamer Märkte ist zu wichtig, um sie
den Interessen eines menschenverachtenden Kapitals zu überlassen. "Nur wenn die Arbeitnehmer im Osten vom wirtschaftlichen Fortschritt profitieren, der Wohlstand gemehrt und soziale Sicherheit geschaffen wird, werden wir die Probleme des
Grenzlandes lösen und in eine soziale und demokratische Zukunft schauen können. Und dafür kämpft der ÖGB-NÖ im Interesse der arbeitenden Menschen", schloß Höger
(Schluß)nk/wb

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