Österreichs Agrarexporte seit EU-Beitritt um 67% gestiegen

Maderthaner: Wir haben die Chancen des Binnenmarktes genützt

Wien (PWK) - "Die österreichische Exportentwicklung im Bereich agrarischer Produkte seit dem EU-Beitritt ist eine Erfolgsstory. Ungeachtet ungünstiger Prognosen - nach dem Wegfall aller Importrestriktionen wurde eine Lebensmittel-Importlawine und massive Marktanteilsverluste im Inland vorhergesagt - konnten die Positionen im Inland gehalten und die Chance des offenen Binnenmarktes genützt werden", zog der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Leopold Maderthaner, bei einem Pressegespräch Bilanz. ****

Er präsentierte einige österreichische Neu-Exporteure, die ihre Lebensmittelprodukte erstmals auch im Ausland verkauften und wies darauf hin, daß die Ausfuhren österreichischer Lebensmittel seit EU-Beitritt insgesamt um 67 Prozent ausgeweitet werden konnten. Österreichs Gesamtexporte wuchsen in der gleichen Zeit um 39 Prozent. "Der Anteil der Agrarexporte am gesamten Exportvolumen kletterte damit von 3,9 auf 4,7 Prozent", so Maderthaner.

An diesem Erfolg seien mehrere Faktoren beteiligt: "Zum einen die ausgezeichnete Qualität der landwirtschaftlichen Produktion aus österreichischer Herkunft sowie die qualitativ hochwertige Verarbeitung durch die heimischen Produzenten und deren stark angewachsenes Marketing-Bewußtsein. Zum anderen die erfolgreiche Arbeit der WKÖ-Außenwirtschaftsorganisation im Bereich des Binnenmarktes aber auch in Drittländern für die meist klein- und mittelbetrieblich strukturierten Lebensmittelunternehmen", bemerkte Maderthaner.

Gingen beispielsweise Österreichs Agarlieferungen nach Deutschland im ersten Jahr der EU-Mitgliedschaft zurück, hat sich diese Situation dank gemeinsamer Anstrengungen der Unternehmen und der Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer grundlegend geändert. "So konnte etwa die österreichische Außenhandelsstelle in München das Wachstum der österreichischen Lebensmittel- und Agrarlieferungen nach Bayern um fast 40 Prozent in den ersten zwei Jahren nach EU-Beitritt steigern", berichtete der Leiter der Außenwirtschaftsorganisation, Egon Winkler. Es wurden gezielte Aktivitäten zur Präsentation österreichischer Lebensmittelproduzenten unternommen, in München genauso wie von den Außenhandelsstellen in Düsseldorf und Hamburg.

Positiv entwickelten sich seit EU-Beitritt auch die Agrarlieferungen nach Italien. 1997 stiegen diese um 8,7 Prozent. Zuwächse verzeichneten vor allem österreichische Molkereierzeugnisse, Fleisch und Fleischwaren, aber auch Fruchtsäfte, Energy-Drinks, Eistee, Bier, Marmelade, Schokolade und Tomatenketchup. "Viele italienische Lebensmittelhändler bemühen sich, ihr Sortiment durch neue, ausländische Produkte attraktiver zu gestalten. Dies räumt Österreichs Produkten, die in Italien als gesund, natürlich und qualitativ hochwertig gelten, besondere Chancen ein", erklärte Winkler. Um eine intensive Marktbearbeitung zu ermöglichen, werden besonders Gemeinschaftsvertretungen forciert.

Die WKÖ ist auch bestrebt, im Rahmen der Exportoffensive einen sogenannten "Lebensmittel-Cluster" zusammenzustellen, bei dem vorhandene Mittel gebündelt werden und die österreichischen Anbieter international als Kollektiv auftreten.

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Dr. Egon Winkler

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