Bartenstein: Umweltfreundlicher Tourismus ist Chance für österreichischen Fremdenverkehr

Projekt Modell "Sanfte Mobilität - Autofreier Tourismus" in Salzburg präsentiert

Wien (OTS) - Maßnahmen für umweltfreundlichen Tourismus sind
eine große Chance für den österreichischen Fremdenverkehr, sagte Umweltminister Dr. Martin Bartenstein anläßlich der Vorstellung des Modellprojekts "Sanfte Mobilität - Autofreier Tourismus" das
er gemeinsam mit Verkehrsminister Dr. Capar Einem und dem
Salzburger LHStv. Dr. Arno Gasteiger in Bad Hofgastein und Werfenweng heute nachmittag präsentiert.

Verkehrs- und Umweltbelastungen beeinträchtigen oft die Attraktivität vieler Tourismusgemeinden und werden von Gästen als störend empfunden: Österreichs Urlaubsgäste nennen neben Beschwerden über die Unterkunft bzw. das Preis/Leistungsverhältnis (Gästebefragung Österreich GBÖ 1997) vor allem die Lärmbelastung, die ja überwiegend vom Verkehr verursacht wird, "zuviel Verkehr", "Parkplätze" und "Öffentlichen Verkehr" als Ärgernisse im Urlaub.

Umfragen weisen darauf hin, daß die Umweltsituation am Urlaubsort immer wichtiger werdende Entscheidungsgröße für die Wahl des Urlaubszieles wird. 80% der Österreichurlauber haben 1997 "Intakte Umwelt" als wichtigen Grund für einen Urlaub in Österreich genannt. Gleichzeitig werden 1996 aber 80% der Inlandsreisen bereits per Pkw (1975: 71%), und nur mehr 9% (1975:
20%) per Bahn durchgeführt. Der Trend des Reiseverhaltens der Österreicher zeigt einen Anstieg der Reisen bei gleichzeitig deutlicher Abnahmen der Marktanteile umweltfreundlicher Reiseverkehrsmittel (1975-1996) (Quelle ÖSTAT). Auch bei Auslandsreisen: Anteil Flugverkehr von 12% auf 46% gestiegen, Bahnanteil von 12% auf 5% halbiert! Inlandsreisen Pkw-Anteil von
71 % auf 80 % erhöht, Bahn von 20 % auf 9 % gesunken.

Eine hohe Umweltqualität ist für die längerfristige Sicherung des alpinen Tourismus im immer härter werdenden Verdrängungswettbewerb des internationalen Tourismus von herausragender Bedeutung. Gleichzeitig gehört die Lösung der Umweltprobleme des Kfz-Verkehrs zu den wichtigsten Erfolgsvoraussetzungen eines Qualitätstourismus.

Mit dem Modellvorhaben "Sanfte Mobilität - Autofreier
Tourismus" werden Ziele der Umweltpolitik im Tourismus umgesetzt:
1. Erhöhung der Lebens- und Umweltqualität für Bewohner und Gäste durch Reduzierung verkehrsbedingter Umweltbelastungen
2. Umsetzung von nachhaltigen Verkehrskonzepten, Mobilitäts- und Logistikdienstleistungen für die Anreise, im Urlaubsort und in der Urlaubsregion

3. Entwicklung eines touristischen Qualitätsproduktes am Tourismusmarkt, das ökologische und ökonomische Vorteile erwarten läßt
4. Förderung der Praxis-Anwendung von abgasarmen bzw. abgasfreien Kfz-Technologien und Erhöhung ihrer Marktchancen
5. Imagehebung und Vorbildwirkung für ein sanftes Mobilitätsverhalten

Der Beitrag des BMUJF zum Modellvorhaben beträgt für diese fünf Jahre 15,6 Mio. öS und umfaßt die Schwerpunkte Projektmanagement und Verkehrskonzept, Mobilitätsberatung, Umweltuntersuchungen, Umweltfreundliche Reiselogistik und Mobilitätszentrale, Öffentlichkeitsarbeit und Unformationstätigkeit für Sanfte Mobilität.

Mit dem Modellvorhaben "Sanfte Mobilität - Autofreier
Tourismus" sollen Vorbilder für die Integration der Umweltinteressen und der Nachhaltigen Entwicklung im Bereich
Verkehr und Tourismus und ein starker Impuls für einen
nachhaltigen Qualitätstourismus und die breite Anwendung umweltfreundlicher Verkehrstechnologien gesetzt werden, der über die beiden Modellorte und die Region hinaus österreichweit aber auch auf europäischer Ebene zum Tragen kommen soll und hohen
Nutzen erwarten läßt, sagte Bartenstein.
Schluß

Rückfragen & Kontakt:

Jugend & Familie
Dr. Ingrid Nemec
Tel.: (01) 515 22 DW 5051Bundesministerium für Umwelt

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BMU/OTS