Archäologie-Rückschau im Archäologiepark Carnuntum:

Zwei Ausstellungen in Petronell und Bad Deutsch-Altenburg

St.Pölten (NLK) - Im Jahr 1898 mit Erlaß des "Ministeriums für Cultus und Unterricht" gegründet, war das Österreichische Archäologische Institut durch ein Jahrhundert lang maßgeblich an der Erforschung Carnuntums beteiligt. Bei der Ausgrabung des Legionslagers, des Amphitheaters II, der großen Therme, der Lagerstadt und des Pfaffenbergs arbeitete das Institut maßgeblich mit, und auch heute noch bildet Carnuntum einen Forschungsschwerpunkt des Instituts: Gegraben wird im Auxiliarkastell.

Diese 100jährige erfolgreiche Grabungstätigkeit ist Anlaß und Gegenstand einer Sonderausstellung, die am 20. Mai um 15 Uhr im Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg eröffnet wird und bis Herbst läuft. Eine Bilddokumentation, Archivalien, Grabungsfotos, Porträts von Ausgräbern, Zeichnungen und Tagebuchnotizen dokumentieren die Tätigkeit des Instituts, durch die das Bild, das man heute von der ehemaligen Hauptstadt der Provinz Oberpannonien besitzt, geprägt wird.

Am gleichen Tag wird im Informationszentrum des
Archäologieparks Carnuntum in Petronell eine weitere archäologische Ausstellung präsentiert. "St.Pölten, Niederösterreichs Landeshauptstadt aus römischen Wurzeln", ist der Titel einer Schau, die als Zwischenergebnis des 1988 begonnenen wissenschaftlichen Projektes zur Erforschung der römischen Stadt Cetium, gegründet 121/122 n.Chr. von Kaiser Hadrian, zu betrachten ist. Auch die mittelalterliche Stadtentwicklung wurde erforscht
und wird in der Ausstellung dokumentiert.

Das "Municipium Aelium Cetium" war auf einer Fläche von ca. 25 Hektar mit streng nach den Haupthimmelsrichtungen orientierten Straßenachsen angelegt. Bisher wurden bei Notgrabungen sieben geschotterte Straßenkörper gefunden. Grabungen am Rathausplatz und im Bereich des ehemaligen Stiftes St.Hippolyt erbrachten den Nachweis, daß es am West- und Ostrand der Stadt Handwerker- und Händlerquartiere gab. Auch eine öffentliche Thermenanlage wurde gefunden. Die Lage des Forums läßt sich ungefähr lokalisieren. Durch mehrere Brände zur Zeit der Markomanen wurde das römische Cetium zerstört.

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