AK-Erfolg: Mehr Sicherheit für Reisende (1)

Bei Reiseveranstalter-Pleite zahlt Versicherung - EuGH Urteil bestätigt AK

Wien (OTS) - Gute Nachricht für Urlauber rechtzeitig vor der Reisesaison: Im Fall einer Insolvenz des Reiseveranstalters sind
den Urlaubern von der Versicherung alle Unkosten zu ersetzen. Das entschied heute, Donnerstag vormittag, der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg in einem von der AK angestrengten
Musterprozeß. Anlaß für das Verfahren war die "Karthago-Pleite" vor drei Jahren, als griechische Hoteliers von ihren Gästen Nachzahlungen erzwungen hatten. Das Urteil bestätigt nun die AK-Rechtsauffassung: Abgepreßte Doppelzahlungen für Aufenthaltskosten im Falle eines Reiseveranstalter-Konkurses sind den Konsumenten zu ersetzen. "Ein wichtiger Erfolg, der für die Konsumenten mehr Sicherheit bringt," erklären die Konsumentenschützer der AK. ****

1995 spielten sich Szenen in Griechenland ab, die tausenden Urlaubern noch in schlechter Erinnerung sind: Ein griechischer Hotelier, der angesichts der Pleite des Reiseveranstalters
Karthago die Nerven verliert und mit aller Gewalt versucht, die Urlauber am Verlassen der Ferienanlage zu hindern, ihnen die Pässe abnimmt, um zu seinem Geld zu kommen: "Geiselnahmen auf Kreta", "Urlauber in Not", lauteten damals die Schlagzeilen. Der Urlaub wurde für diese 80 Griechenland-Reisenden zum Alptraum - damit sie letztendlich doch die Heimreise nach Österreich antreten konnten, bezahlten sie ihren Aufenthalt ein zweites Mal. Jene, die kein
Geld mehr hatten, borgten es sich von ihren Leidensgenossen aus.

Auslöser dieser aufsehenerregenden Ereignisse war die plötzliche Insolvenz des Reiseveranstalters Karthago Reisen GmbH im September '95. Das Unternehmen hatte zwar gemäß der Reisebürosicherungsverordnung vorgesorgt und eine Insolvenzsicherung in der Höhe von 12 Millionen Schilling bei der Österreichischen Kreditversicherungs AG abgeschlossen. Der Versicherer vertrat allerdings die Ansicht, daß die 80
Doppelzahler davon nicht erfaßt wären.

Zur Klärung dieser Frage strengte die AK einen Musterprozeß an. Mit der Durchführung wurde der Verein für Konsumenteninformation betraut. Das Bezirksgericht für Handelssachen in Wien leitete planmäßig ein Vorab-Entscheidungsverfahren beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg ein.

Die gute Nachricht vor Beginn der Reisesaison: Der EuGH hat bestätigt, daß solche von den Kunden abgepreßte Doppelzahlungen von der EU Pauschalreise-Richtlinie erfaßt werden und von der Versicherung des Reiseveranstalters abzugelten sind, erklärt die AK. Diese Meinung hatte auch die AK vertreten. "Ein wichtiger Erfolg," sagen die AK Konsumentenschützer, "die Konsumenten haben durch diesen Rechtsspruch mehr Sicherheit".

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