AK-Erfolg: Mehr Sicherheit für Reisende (2)

EuGH Urteil stellt klar: Kosten sind Konsumenten zu ersetzen

Wien (OTS) - Schlußstrich unter den Karthago-Fall: Auch wenn
der Reiseveranstalter pleite geht, dürfen die Konsumenten nicht draufzahlen. Die entsprechende EU-Pauschalreiserichtlinie stellt
auf einen umfassenden und vollständigen Schutz der Konsumenten ab, erklären die AK Konsumentenschützer. Das heute ergangene Urteil des EuGH, nach dem auch doppelt verlangte Hotelkosten von der Versicherung ersetzt werden müssen, hat dies bestätigt. ****

Karthago war der viertgrößte Reiseveranstalter in Österreich, als er 1995 seinen Konkurs anmeldete. Insgesamt waren von der Karthago-Pleite 2.000 Urlaubr betroffen, ein Großteil konnte die bereits angezahlte Reise nicht antreten, viele waren tagelang im Ungewissen, ob sie ihren Urlaub wie geplant beenden können und sicher wieder nach Hause kommen. Die gesamte Schadenssumme betrug rund 200 Millionen Schilling, 12 Millionen Schilling Schaden
enstand den Urlaubern.

Ebenfalls 1995 ging auch die Arena-Club Reisen GmbH in Konkurs,
1996 folgte der Reiseveranstalter ITAS und 1997 Phönix & Tabor Reisen sowie Extratours Reisen.

Die Nachricht über einen Konkurs des Reiseveranstalters ist für Reisende immer eine bittere Sache. Das EuGH Urteil ist jedoch ein wichtiger Schritt, der den Konsumenten mehr Schutz bringt. Die Versicherung ist dafür da, den Kunden gezahlte Beträge zurückzuerstatten und Schaden aus einer Insolvenz für die Konsumenten abzuwenden. Dazu gehört auch, daß die Rückreise gesichert sein muß und die Kosten dafür von der Insolvenzsicherung zu tragen sind. Der EuGH hat nun klargestellt, daß auch die doppelte Bezahlung der Hotelkosten dazugehört.

Der EuGH hat also bestätigt, daß die EU Pauschalreise-Richtlinie, die den Mitgliedsstaaten die Schaffung von Sicherungssystemen für Reisenveranstalter-Pleiten aufträgt, auf einen umfassenden und vollständigen Schutz des Konsumenten abzielt, sagen die AK Konsumentenschützer. Daher sind auch solche den Konsumenten vor
Ort abgepreßte Doppelzahlungen für Aufenthaltskosten durch die Insolvenzssicherung abzugelten.

Die Karthago-Geschädigten konnten sich trotz ihres damaligen "Horrortrips" bereits 1996 freuen: Der Versicherer hatte allen -
den Doppelzahlern allerdings nur aus Kulanz - den Schaden ersetzt. "Mit diesem Urteil ist das Zittern für die Konsumenten vorbei, erpreßte Doppelzahlungen und Unkosten müssen jedenfalls zurückerstattet werden," so die AK.

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