Familienbund: Dramatischer Rückgang der Geburten - Trend setzt sich auch 1998 fort

Wien (OTS) - Bereits 1997 wurde in Österreich ein massiver Geburtenrückgang festgestellt, der Trend setzt sich auch 1998 fort. Im vierten Quartal 1997 kamen auf eine Österreicherin nur noch 1,3 Kinder, während es in den Jahren zuvor noch 1,4 waren. Im Jänner und Februar wurde ein Minus von 6% im Vergleich zum Vorjahr bei den Geburten registriert. Dies stellte heute der Präsident des Österreichischen Familienbundes LAbg. Mag. Otto Gumpinger mit Besorgnis anläßlich des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai fest.

Die Ursachen seien nicht genau erforscht, so Gumpinger, es gebe aber plausible Anhaltspunkte. Ursache des starken Geburteneinbruchs Ende 1997 dürfte der Wegfall der Geburtenbeihilfe sein. Der starke Rückgang der Geburtenrate in Skandinavien von ursprünglich 2,2 Kinder auf jetzt 1,7 parallel zur Rücknahme diverser Sozialleistungen und der Zunahme der Arbeitslosigkeit zeigt, daß doch ein massiver Zusammenhang zwischen den materiellen Leistungen für Familien und der Kinderzahl besteht, betont Gumpinger.

Geringe Geburtenrate ist kein Naturgesetz Eine Reihe von familienfreundlichen Massnahmen haben in Skandinavien gezeigt, daß die Geburtenrate deutlich angestiegen sei. Die wichtigsten Massnahmen, die etwas modifiziert für Österreich auch gelten sollten, faßt Gumpinger folgendermaßen zusammen:

1. Gerechte Abgeltung der Familienleistungen auf einem hohen finanziellen Niveau

2. Ein umfassendes Angebot an individuellen Kinderbetreuungsangeboten, nach dem Motto "nicht flächendeckend, sondern bedarfsorientiert".

3. Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Schaffung von Teilzeitarbeitsplätzen und Angebote von flexiblen Arbeitszeiten. Wobei steuerliche Anreize oder eine Begünstigung der Lohnnebenkosten die Betriebe motivieren würden.

4. Thematisierung von Familienfragen als integrativer Bestandteil aller politischen Bereiche

5. Kinderfreundliche Grundhaltung einer Gesellschaft, die Kinder nicht als Störfaktor, sondern als Bereicherung des alltäglichen Lebens sieht.

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