Statt mehr Ärzten will Sallmutter längere Ordinationszeiten

Wien (OTS) - äÖsterreichs Versicherte
brauchen nicht mehr Vertragsärzte, sondern
Mediziner, die ihre Ordinationszeiten
ausweiten", fordert Hans Sallmutter, der
Präsident des Hauptverbandes der
österreichischen Sozialversicherungsträger
als Reaktion auf eine derartige Forderung
von VP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger.
Es sei absurd gerade für Wien, wo ohnehin
die höchste Versorgungsdichte herrscht, mehr
Fachärzte zu fordern.****

äEine bessere Betreuung der Versicherten
scheiterte bisher immer am Veto der
Ärztekammer, die sich beispielsweise in
Niederösterreich beharrlich weigert, die
lächerlich geringe Ordinationszeit von 12
Stunden pro Woche endlich auszuweiten",
kritisiert Sallmutter. Als Schmankerl
verweist Sallmutter auf einen Arzt, den die
Niederösterreichische Kasse erst durch ein
Verfahren zur Einhaltung der äMini"-
Ordinationszeit von 12 Stunden wöchentlich
veranlassen mußte.

Die Forderung nach mehr Fachärzten in Wien
sei absurd, da in Wien, wie in anderen
Ballungszentren auch, eine erstklassige
Versorgungsdichte existiere. äDie
Sozialversicherung will keinesfalls noch
mehr Ärzte in bereits gut versorgte Gebiete
locken, sondern wünscht sich eine bessere
Betreuung von derzeit unterversorgten
Gebieten im ländlichen Raum", erklärt
Sallmutter. Die Unterversorgung in
entlegenen Gebieten sei schwierig
beseitigbar, weil kein Arzt gezwungen werden
könne, sich an einem bestimmten Standort
niederzulassen.

äRundumschläge dieser Art sind vor allem aus
dem Munde von Dr. Rasinger besonders
unverständlich, weil er als Angeordneter des
Nationalrates dem neuen System der
Krankenanstaltenfinanzierung und
insbesondere der Notwendigkeit von
Gesundheitsplänen zugestimmt hat", meint
Sallmutter. Sallmutter geht davon aus, daß
der freipraktizierende Arzt Rasinger dabei
den von ihm bei gesundheitspolitischen
Entscheidungen eingeforderten ärztlichen
Sachverstand eingebracht hat. Derzeit dürfte
aber offenbar Einkommenspolitik unter dem
Deckmantel von Gesundheitspolitik zur
Diskussion stehen.

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Hauptverband der
Sozialversicherungsträger, Pressestelle,
Mag. Rogy, Tel.Nr.: 71132/1123

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