Radel: Kritik an ORF-Kulturberichterstattung

Wien (OTS) - ORF-Geschäftsführer Peter Radel, oft genannter Kandidat für die Zeiler-Nachfolge, bringt in der morgen (Donnerstag) erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins News Vorbehalte gegen die ORF-Kulturberichterstattung an.

Ausgangspunkt der Recherchen waren Vorwürfe von Operndirektor Holender: Ernsthafte Kulturthemen - Aufzeichnungen und Berichte in "Treffpunkt Kultur" - würden vom Sender methodisch mißachtet und überdies an chancenlose Sendeplätze verdrängt. Radel: "Ich bin auch eher nicht für die poppige Aufmachung des 'Treffpunkt Kultur'. Aber was mich wirklich ärgert und was ich als Generalintendant sofort ändern würde, ist dieser Unsinn: zu glauben, daß man den Kulturauftrag nach Mitternacht erfüllen kann, indem man um teures Geld große Interviews oder Kulturdokus macht, die dann spätnachts gesendet werden. Das ist am Zielpublikum vorbeiproduziert. Wenn Direktor Holender sagt, um halb eins in der Früh will ich schlafen und keine Oper sehen, hat er recht."

Auch die Zahl der Theateraufzeichnungen ist, so Radel in News, nicht ausreichend: "Wir spielen jetzt ständig Reprisen, und selbst Quotenenthusiasten sind zufrieden."

ORF-Kulturchef Wolfgang Lorenz, der die Zuschauerzahlen der ORF-Kultur mehr als verdoppelte, erwidert in einem ausführlichen News-Interview die Vorwürfe namhafter Kulturschaffender (neben Holender u.a. die Philharmoniker, der Dachverband der Filmschaffenden und die IG-Autoren): "Es ist überholt, zu glauben, daß Kultur nicht auch Spaß machen darf, sondern bierernstes Zöglingsfernsehen ist. Mit diesen verzopften Ansichten wird man die Jugend nicht zur Kultur bekommen."

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