30 Jahre österreichischer Erdgasimport aus Rußland

ÖVGW Jahrestagung: Moderne Gerätetechnik und Verwendung von Erdgas - ein wesentlicher Beitrag zu Emissionsminderung

Wien (PWK) - "Am 1. Juni 1968 erfolgte die Unterzeichnung des
ersten langfristigen Erdgasliefervertrages zwischen OMV und der Vorgängerorganisation der heutigen VEP "Gazexport", erklärte Direktor Otto Musilek, Leiter des Geschäftsbereichs Erdgas bei der OMV, im Rahmen eines Pressegespräches der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), die zur Zeit in der Hofburg ihre 108. Jahrestagung abhält. "Österreich war damit das erste Land außerhalb des COMECON, mit welchem die Sowjetunion einen Erdgasliefervertrag abschloß. Mit dieser zukunftsweisenden Vereinbarung wurde nicht nur die Tür für Importe nach Österreich geöffnet, sondern auch ein Beispiel gegeben, dem viele westliche Länder folgten". ****

Die geographische Lage der Gasstation Baumgarten war so günstig, daß sie auch als Lieferpunkt von russischem Erdgas für Italien, Slowenien, Kroatien, Frankreich, Deutschland und Ungarn gewählt wurde. Ein leistungsfähiges System von Transitleitungen, die in der Station Baumgarten ihren Ausgang nehmen, sorgt für die Weiterleitung der russischen Erdgasmengen in die jeweiligen Länder und macht die OMV zum größten Transiteur russischen Erdgases in der EU.

1997 deckten die Erdgasimporte in Österreich den Gesamtbedarf von rund 7,4 Mrd Kubikmeter zu 81 Prozent. Die Importe erfolgen auf Basis langfristiger Verträge mit russischen, norwegischen und deutschen Firmen. Rußland hatte 1997 mit 5,3 Mrd Kubikmeter oder 88 Prozent den höchsten Anteil an den Importen. Aus Norwegen wurden 7 Prozent oder 407 Mio Kubikmeter importiert. Deutschland ergänzte mit 5 Prozent bzw. etwa 300 Mio Kubikmeter die Erdgasimporte.

Peter Köberl von der Steirischen Ferngas-Aktiengesellschaft betonte, daß "mit der Erfolgsstory Erdgas der Schlüsselfaktor technische Innovation der Gerätehersteller verbunden ist". Er strich hervor, daß sich die österreichische Gaswirtschaft seit Jahren um eine Strategie zur Reduzierung der Treibhausemissionen bemühe. So hat sie zB schon 1986 in einer Erklärung zur Energieeinsparung die freiwillige Verpflichtung ausgesprochen, die Nutzung von Gasgeräten zu erhöhen. Dieses Versprechen wurde durch die forcierte Anwendung der Gasbrennwertgeräte, die eine noch effizientere Ausnutzung von Erdgas erlauben, erfüllt. Dadurch wird der CO2-Ausstoß aus Gasfeuerungsanlagen entscheidend gesenkt. "Moderne Gerätetechnik in Koppelung mit dem Energieträger Erdgas wird auch in Zukunft bei der Umsetzung von realistischen Emissionsminderungszielen einen wesentlichen Beitrag leisten", schloß Köberl.

Erstmals vorgestellt wird bei der ÖVGW Tagung eine neu entwickelte mobile Radioaktivitätsmeßsonde für Trinkwasser: Die ÖVGW und das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft haben im Sinne der Krisenvorsorge den Auftrag zur Entwicklung einer mobilen Radioaktivitätssonde für Trinkwasser an das Forschungszentrum Seibersdorf erteilt. Die Konzeption des Gerätes erfolgte im Einvernehmen mit dem für Strahlenschutz und Trinkwasser zuständigen Gesundheitsministerium.

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